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    Sobek, Goetz-Eberhard

     

    Künstler-Datensatz 90079041

    * 1926.07.13 in Oberschreiberhau

    Tätig in Frankfurt (Main)

    Fotograf

    Nachweisland: Deutschland

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Goetz+Sobek+Werbung&sortby=docnum_asc"]]Werbung[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Goetz+Sobek+Mode&sortby=docnum_asc"]]Mode[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Goetz+Sobek+Reisefotografie&sortby=docnum_asc"]]Reisen[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Goetz+Sobek+Experimentelle+Fotografie&sortby=docnum_asc"]]Experimente[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Goetz+Sobek+%22100 Bilder%22&sortby=docnum_asc"]]Curator's Choice[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Sobek, Goetz-Eberhard%22&sortby=docnum_asc"]]Alle Aufnahmen[[/a]] [[/p]]Biografisches[[p]]Goetz-Eberhard Sobek, 1926 im schlesischen Oberschreiberhau (Szklarska Poręba) geboren, verbrachte seine Kindheit in Breslau (Wrocław). Nach der Einberufung zur Kriegsmarine 1944 und anschließender Kriegsgefangenschaft kam er Ende 1945 nach Westdeutschland. Von 1948 bis 1951 studierte er sechs Semester an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München, danach war er ein Jahr Assistent im Münchner Atelier Dreyer und ein weiteres Jahr Kameraassistent im renommierten Studio Laux in Frankfurt, wo er sich schließlich selbständig machte. Das Foto-Studio Goetz E. Sobek in der Frankfurter Niddastraße 84 gründete er am 1. Januar 1962. [[/p]] [[p]]Nachdem Sobek zunächst im Bereich Architekturfotografie tätig war und insbesondere Kirchenneubauten in Frankfurt fotografierte, wandte er sich zunehmend der expandierenden Werbebranche zu. Mitte der 1950er Jahre entstanden eindrucksvolle Industrieaufnahmen für Publikationen und Kalender des Baustoff-Handelskonzerns Raab Karcher. Zu Sobeks Hauptkunden der folgenden Jahre zählten die Automobil- (Opel, Mercedes-Benz, Fiat) und die Tabakindustrie (Reyno, Overstolz). Zudem bediente er ein breites Spektrum der Produktfotografie: Dessous (Fabrice), Mode (Hettlage), Kosmetik (Ellen Betrix), Textilien (perlon) oder pharmazeutische Produkte (Adumbran). Außerdem gehörten Industriekunden wie die Farbwerke Höchst oder das Deutsche Lackinstitut zu seinen Auftraggebern. Er folgte damit seinem Credo: „Ein Fotograf darf sich nicht allzu einseitig spezialisieren. Er soll die Fotografie in ihrer ganzen Vielseitigkeit betreiben.“[1] Um neue Gestaltungswege für seine Werbekunden zu finden, entstanden folgerichtig neben Auftragsarbeiten stets auch freie und experimentelle Fotografien, die in Fachpublikationen wie „Foto Magazin“ oder „Color Foto“ rezipiert worden sind. 1969 wurde er anlässlich der 4. Jahresschau mit dem „Certificate of Merit“ des Art Director’s Club of New York ausgezeichnet, im Folgejahr erschien seine Aufnahme „Zoom-Mädchen im Wald“, ein Porträt seiner Frau, auf dem Cover von „Das Deutsche Lichtbild 1970“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt durfte er sich zur Elite der deutschen Fotografen zählen. [[/p]] [[p]] [1] NN: Experimentieren – damit die Fotografie erhalten bleibt. Über die Arbeit des Werbefotografen Goetz-Eberhard Sobek, in: fotoMagazin, Februar 1972, S. 67. [[/p]]Experiment und Wandel – die Fotografien[[p]]Bekannt wurde Goetz-Eberhard Sobek Anfang der 1960er Jahre u.a. durch seine Overstolz-Testimonial-Serie, bei der Prominente und Nicht-Prominente gefragt wurden, warum sie Overstolz rauchen, kombiniert jeweils mit einem Porträt. Während diese Kampagne schon wenige Jahre später nicht mehr der gängigen Werbepraxis entsprach und in Vergessenheit geriet, hat sich seine fast zeitgleich gestartete Reyno Kampagne über lange Jahre als Konzeptionsvorbild erwiesen. Sobek hat bei dieser Serie - wohl erstmals im großen Stil - die gesamte Farbabstimmung zugunsten der intendierten Werbeaussage verschoben. Das kühle Blaugrün suggeriert kühles Wasser und kühlen Schatten unter Bäumen, ein Appell an alle Sinne, der den Slogan „Reyno erfrischt mit jedem Zug“ gleichsam fühlbar werden lässt. Sobeks Bildstrategie, nach heutigen Sehgewohnheiten vielleicht nicht mehr allzu revolutionär erscheinend, rüttelte damals an der Grundvorstellung von Colorfotografie, an der Wiedergabe in „natürlichen“ Farben.[[/p]] [[p]]Ähnlich verfuhr Sobek bei einer seiner erfolgreichsten Anzeigen, der amerikanischen Mercedes-Benz Kampagne „The new Ambassador“ für den Mercedes-Benz 600 (W 100), die 1963 u.a. in „Life“ geschaltet wurde und über vier Jahre lief. Ebenfalls nach kühl verschoben, Richtung blau, signalisiert die Farbgebung vornehme Zurückhaltung und Unnahbarkeit, passend zu diesem exklusiven Flaggschiff des Konzerns.[[/p]] [[p]]Die Zeitschrift „Rolleigrafie“ resümierte einige Jahre später, Sobeks Anzeigen vereinten „auf eindrucksvolle Art die wichtigsten Komponenten moderner Werbung: Das Produkt vermittelt emotionale Wirkungen, die die geheimen Wünsche des Konsumenten treffen. […] Ob es bei Reyno der Hauch zweisamen Glücklichseins voller Romantik, bei Overstolz das Gefühl, ein harter und erfolgreicher Mann zu sein oder bei Mercedes-Benz ganz einfach das Image eines Mannes ist, der es sich leisten kann, Mercedes zu fahren,“[1] - Sobeks Reklamearbeiten erweisen sich mit ihrem „Griff nach dem Unterbewussten“ als quasi mustergültige Beispiele für die von Konsumkritiker Vance Packard 1957 als „geheime Verführer“ bezeichneten Werbestrategien der Wirtschaftswunderzeit.[[/p]] [[p]]Kampagnen wie die genannten entstanden keineswegs spontan. Sobek betonte vielmehr, es gäbe „keinen Erfolg in der Fotografie, der einem geschenkt wird. Für Kleinigkeiten müssen oft Stunden mühevoller Arbeitszeit geopfert werden. Nur durch die Liebe zum Detail entstehen dann Bilder, die durch ihre Einfachheit bestechen. Der Fotograf in dieser Zeit muß sich selbst hinsichtlich Technik und Einfühlungsvermögen höchste Maßstäbe auferlegen … Die Fotografie ist ein Ausdrucksmittel unserer Zeit. Es liegt am Menschen hinter der Kamera, dieses Ausdrucksmittel im Sinne unserer Zeit anzuwenden.“[2] „Sein Streben in der Arbeit ist Wandlung – durch Neues, durch freie Gestaltung, durch Experimente“, notierte das „Foto Magazin“ 1972. „Entscheidend ist und bleibt das Experiment. Wer dazu keine Zeit findet, der wird steril und geht in der Routine unter,“ unterstrich Sobek.[3][[/p]] [[p]]In der gleichen Ausgabe würdigt die Zeitschrift zwei Zoom-Experimente mit realem und künstlichem Modell, „Zoom-Köpfe von Goetz-Eberhard Sobek: Hier wird mit dem Kopf als Symbol der Geist in die Kontinuität der Zeit gestellt.“[4] Für die erste Aufnahme schnitt Sobek aus einer Fläche die Umrisse eines Kopfes aus, verkleinerte diese Silhouette rundum um einige Millimeter und fügte sie wieder ein. Der so entstandene Schlitz wurde mit farbigen Folien hinterlegt, von hinten beleuchtet und in gerasterter Zoomtechnik aufgenommen. Anschließend erfolgte eine alles überlagernde Licht-Belichtung. In einer zweiten Variante – diesmal für eine Kosmetikwerbung angewendet - saß ein Modell vor der Kamera, von gelbem Gegenlicht umspielt. Nach Beendigung der Zoomphase wurde das Gegenlicht aus- und das Porträtlicht eingeschaltet, die Aufnahme durch Einbelichtung einer „Realdarstellung“ abgeschlossen.[[/p]] [[p]]Spuren experimenteller Verfahren finden sich zahlreich in Sobeks Werbekampagnen. Neben Zoomeffekten, Schwarzlichtblitz oder Rückprojektion nutzte er etwa Bewegungsunschärfe zur Visualisierung von Geschwindigkeit in der Automobilwerbung, oder – auf geradezu gespenstische Weise – zur bildlichen Inszenierung von Bewusstseinszuständen bzw. Bewusstseinsveränderung in einer umfangreichen Anzeigenserie für das Beruhigungsmittel Adumbran.[[/p]] [[p]]Weit mehr als die Produkte selbst spiegeln – und prägen - die Werbemittel die Normen und Werte ihrer Zeit, sind Indikator sozialen und kulturellen Wandels. In Sobeks Schaffen zeigt sich dies u.a. in der Automobilwerbung der 1970er und 1980er Jahre, in seinen Titelbildern für die Hauszeitschrift „fiatfahren“, und insbesondere in seinen Aufnahmen für die FIAT-und Castrol-Kalender, die ähnlich wie die Pirelli-Kalender nachhaltig zur Allgegenwart erotischer Fotografie beitrugen. Die Formel „Girls and Cars“ war seinerzeit gesellschaftsfähig, während sie heute schlicht als sexistisch, als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird. Folgerichtig zeigt der legendäre „Pirelli-Kalender“ z.B. in der Ausgabe 2016 mollige, alte und angezogene Frauen statt nackter Idealfiguren, inszeniert von Annie Leibovitz. Sobeks automobile Pin-Ups der 1980er Jahre verströmen dagegen ganz ungebrochen den Geist ihrer Zeit, in der stereotype Frauenbilder in (vermeintlich) werbefördernder Absicht bedient und nicht hinterfragt wurden.[[/p]] [[p]]Nackte Haut gehörte (und gehört) jedoch nicht nur zum Standardrepertoire der Automobilwerbung, sondern findet sich in nahezu allen Branchen, kam mitunter selbst bei der Vermarktung exklusiver Pelze zum Einsatz, auch bei Goetz-Eberhard Sobek. Er gestaltete Anzeigen, Broschüren und Kataloge u.a. für Ralf Zeidler, Barkmann & Co., Richard König (Frankfurt), Iris-Pelze (Hammersbach) oder Erhard Grave (Frankfurt) und publizierte in den Zeitschriften „Pelzwirtschaft“, „Pelz international“, „Pelz und Design“. Im Gegensatz zum Castrol-Kalender scheinen hier jedoch nicht nur die Werbekonzepte, sondern die heute von einer breiten Mehrheit geächteten Produkte selbst aus einer fernen Zeit zu stammen. Werbung entblößt ihre Zeit – spätestens in der Rückschau.[[/p]] [[p]]Oder anders gesagt, „Werbebilder und -botschaften interessieren als symbolische Repräsentanten psychosozialer Verfasstheit, ihre visuellen und verbalen Formulierungsleistungen als potentielle Quellen im Rahmen einer Geschichtsschreibung kollektiver Befindlichkeiten. Damit ist Werbung nicht nur Gegenstand des mentalitätsgeschichtlichen Diskurses geworden, sondern hat die Funktion und den Rang eines Schlüsselinstruments zugesprochen bekommen, mit dessen Hilfe sich Wege zu kollektiven Vorstellungswelten eröffnen lassen sollen.“[5][[/p]] [[p]]Die großen gesellschaftlichen Umbrüche der 1950er-, 1960er-, 1970er und 1980er-Jahre lassen sich im Werk Sobeks mühelos ablesen, ebenso der Wandel der visuellen Kommunikation. Wir können bei ihm quasi rückblickend „die Werbung beobachten, wie sie die Gesellschaft beobachtet.“[6] Und dies geschieht mit großer Meisterschaft. Sobeks „Arbeitsweise wirkt mühelos, routiniert, ohne mechanisch zu sein. Die spielerische Leichtigkeit, mit der er seine Modelle dirigiert, die ideenreiche Regieführung und die Belichtung genau im richtigen Moment – wenn die Pose sitzt, die Farben harmonieren und das Licht stimmt -, das zeigt den erfahrenen Könner“.[7][[/p]] [[p]][1] N.N.: Goetz-E. Sobek. Der manipulierte Konsument, in: Rolleigrafie [wohl 1968], S. 22.[[br/]] [2] Ebenda, S. 19. .[[br/]] [3] Fritz Meisnitzer: Experimentieren – damit die Fotografie erhalten bleibt. Über die Arbeit des Werbefotografen Goetz-Eberhard Sobek, in: Foto Magazin, Februar 1972, S 69. .[[br/]] [4] Fritz Meisnitzer: Zum Beispiel Zoom, in: Foto Magazin, Februar 1972, S. 22. .[[br/]] [5] Gries, Rainer; Volker Ilgen; Dirk Schindelbeck: Ins Gehirn der Masse kriechen! Werbung und Mentalitätsgeschichte. Darmstadt 1995, S. 15. .[[br/]] [6] Vgl. Guido Zurstiege: Zwischen Kritik Und Faszination: was wir beobachten, wenn wir die Werbung beobachten, wie sie die Gesellschaft beobachtet. Köln 2005. .[[br/]] [7] Rolleigrafie [wohl 1968], S. 22.[[/p]]Bestand in der Deutschen Fotothek[[p]]Der fotografische Vorlass von Goetz-Eberhard Sobek wurde 2020 in die Deutsche Fotothek übernommen. Enthalten sind rund 800 Prints, 5.300 Diapositive in den Formaten 6 x 6, 9 x 12 und 13 x 18 cm, sowie 500 Negative, außerdem zahlreiche Druckbelege und Publikationen.[[/p]]Publikationen[[ul]] [[li]]FIAT-Kalender 1988.[[/li]] [[li]]FIAT-Kalender 1987.[[/li]] [[li]]FIAT-Kalender 1986.[[/li]] [[li]]Girls and Cars. Castrol-Kalender 1980.[[/li]] [[li]]Color Foto, Heft 5/1977, Cover.[[/li]] [[li]]Wolf Strache (Hg.): Das Deutsche Lichtbild 1970, Stuttgart 1969, Cover.[[/li]] [[li]]Kalender Druckfarbenfabrik Gebr. Schmidt, Frankfurt. Belser-Druck Stuttgart, 1969.[[/li]] [[li]]Raab Karcher Kalender 1956[[/li]] [[li]]Raab Karcher in Bild und Wort, Bremen, 1953.[[/li]] [[/ul]]Literatur[[ul]] [[li]]Fritz Meisnitzer: Zum Beispiel Zoom, in: fotoMagazin, Februar 1972, S. 20-22.[[/li]] [[li]]Fritz Meisnitzer: Experimentieren – damit die Fotografie erhalten bleibt. Über die Arbeit des Werbefotografen Goetz-Eberhard Sobek, in: fotoMagazin, Februar 1972, S. 66-69. [[/li]] [[li]]R.R.: Zwischen Zweck und Zufall. Die optischen Verführer (XII), in: Frankfurter Rundschau, 27.09.1969.[[/li]] [[li]]N.N.: Goetz-E. Sobek. Der manipulierte Konsument, in: Rolleigrafie [wohl 1968], S. 20-23, S. 29.[[/li]] [[/ul]]Auszeichnungen[[ul]] [[li]]Foto Design Award, Düsseldorf, 1989.[[/li]] [[li]]„Certificate of Excellence“, Intertnational Art Competition, New York, 1988.[[/li]] [[li]]„Certificato di Merito“, Confederazione Internazionale dell’Ordine degli Artisti, Calvatore, 1984.[[/li]] [[li]]Aufnahme in die Confederazione Internazionale dell’Ordine degli Artisti, Calvatore, 1984.[[/li]] [[li]]„Diploma di Merito“, Universita delle Arti, Salsomaggiore Terme, 1981[[/li]] [[li]]„Medaglia d’Oro“, Academia Italia delle Arti e del Lavoro, Salsomaggiore Terme, 1980.[[/li]] [[li]] „Certificate of Merit“ des Art Director’s Club of New York, 1969.[[/li]] [[/ul]]


    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek , Bildrechte: Deutsche Fotothek

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/90079041

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