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    Claasen, Hermann

     

    Künstler-Datensatz 70024347

    * 1899.12.20 in Köln, † 1987.12.19 in Köln

    Fotograf

    Nachweisland: Deutschland

    Keywords: Fotografie- photography

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=%22Claasen, Hermann%22&sortby=docnum_asc"]]Alle Aufnahmen[[/a]] [[/p]]Biografisches[[p]]Am 20. Dezember 1899 wurde Hermann Claasen als Sohn des Tuchhändlers Hermann Claasen und dessen Frau Elisabeth in Köln geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Durch eine Sportverletzung wehruntauglich, leistete er während des Ersten Weltkrieges Dienst beim Roten Kreuz. Um 1914 begann er, mit einer selbstkonstruierten Kamera zu fotografieren. In den Jahren 1918 bis 1921 absolvierte er eine Lehre im väterlichen Geschäft in der Minoritenstraße und arbeitete dort anschließend als Textilkaufmann. Neben der Fotografie trieb Claasen in seiner Freizeit Sport, so lernte er auch seine spätere Frau Katharina Keysers kennen, die er 1928 heiratete. Am 17. November des selben Jahres kam Sohn Klaus zur Welt. Das junge Paar zog in Claasens Elternhaus, wo er sich auch eine erste Dunkelkammer einrichtete.[[/p]] [[p]]Im Zuge der Weltwirtschaftskrise musste das Geschäft seines Vaters 1929 Konkurs anmelden. Von da an versuchte Hermann Claasen, sich und seine Familie durch Einnahmen aus dem Verkauf von Fotografien zu ernähren. Frühe Aufnahmen vom Rhein und diversen Landschaften sind als hochwertige Drucke überliefert. Im Jahr 1930 meldete er ein Gewerbe an. Seine Frau übernahm im Wesentlichen die Labor- und Retuschearbeiten. Der wichtigste Auftraggeber in dieser Zeit war die Firma Mülhens (4711), durch die bis 1937 regelmäßig Werbeaufträge anfielen - eine große finanzielle Sicherheit für das Atelier.[[/p]] [[p]]Claasen eignete sich sein Wissen und seine Fähigkeiten hauptsächlich autodidaktisch an. Zwar ging er 1934 für eine einmonatige Hospitanz nach München in das Atelier des bekannten Fotografen, Kameramannes und Regisseurs Willy Zielke, der in dieser Zeit den bedeutenden und von den Nationalsozialisten später als expressionistisch verbotenen Industriefilm Das Stahltier drehte, seine Meisterprüfung im Fotografenhandwerk legte er jedoch 1936 ab, ohne eine formale Ausbildung absolviert zu haben.[[/p]] [[p]]Im selben Jahr lernte er die Porträtfotografin Ria Dietz kennen. Bei einem Bombenangriff am 31. Mai 1942 auf Köln, der sogenannten Tausend- Bomber-Nacht, wurden sein Atelier und sein Archiv vernichtet. Von diesem Zeitpunkt an begann er, mit seiner Kamera (Leica oder Contax) die Zerstörungen in seiner Heimatstadt zu dokumentieren. Von der ebenfalls ausgebombten Fotogroßhandlung Jansen in der Norbertstraße konnte er größere Lagerbestände kaufen, die er bis 1950 nutzte. Nachdem Hermann Claasen in das Atelier von Ria Dietz in der Wolfstraße eingezogen war und auch dieses 1944 zerstört wurde, siedelten sie nach Heidgen bei Immekeppel um, einem kleinen Ort etwa 20 Kilometer von Köln entfernt, wo sie bei Rias Lehrmeisterin Elisabeth Wilbrand und deren Ehemann, dem Landrat Dr. Nückels, unterkamen. Dort heirateten sie 1944. Im Sommer des darauffolgenden Jahres begann Claasens Sohn Klaus eine Lehre bei seinem Vater, die bis zum Frühjahr 1948 andauerte. Ende 1945/Anfang 1946 kehrten Claasen und Dietz wieder zurück nach Köln, zuerst nach Köln-Merheim und Mitte 1946 nach Köln-Weidenpesch. Mit seiner Frau Ria und dem Maler Werner Labbé gründete Claasen 1946 die Gruppe "Das Kleeblatt", die als Grundlage für eine eigene Werbeagentur angesehen werden kann. Im September 1947 war Claasen mit seinen Trümmerfotografien in der ersten Nachkriegsschau der Kölner Fotografeninnung vertreten und stellte im selben Jahr in der Eigelsteintorburg unter dem Titel Köln - Tragödie einer Stadt aus. Im November 1947 erschien sein Buch Gesang im Feuerofen.[[/p]] [[p]]Im selben Jahr erhielt Claasen Dokumentationsaufträge für die Kriegsschäden in Düren, Jülich und Hürtgenwald, deren Ergebnisse ebenfalls publiziert und in Ausstellungen präsentiert wurden. 1948 bezogen Hermann Claasen und Ria Dietz ein neues Atelier am Deutschen Ring (später Theodor-Heuss-Ring) in Köln. Von 1945 bis 1972 war Claasen im Vorstand der Kölner Fotografeninnung und Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses für das Fotografenhandwerk. Er wurde 1949 in die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL) und 1953 in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Es folgte die Teilnahme an der ersten Photo- und Kinoausstellung 1950 und verschiedene weitere Ausstellungen. Edward Steichen wählte eines der Kölner Bilder von Claasen für seine legendäre Fotoausstellung The Family of Man 1955 in New York aus.[[/p]] [[p]]Neben seiner Dokumentation des zerstörten Rheinlandes bis etwa 1952 setzte sich Claasen konsequent mit aktuellen Strömungen der Nachkriegsfotografie, aber auch mit den im Ausland vorangeschrittenen Entwicklungen der modernen Kunst auseinander. Verstärkt widmete er sich der Mikrofotografie. In den 1950er-/60er-Jahren entstanden zudem vermehrt Industrie- und Porträtaufnahmen als Auftragsarbeiten, die teilweise auch in Publikationen veröffentlicht wurden, insbesondere Porträts und Stadtansichten von Köln. Das Atelier Claasen, das ab 1953 nur noch unter seinem Namen firmierte, florierte; bereits im Firmenschild wurde auf die diversen Aufnahme- und Arbeitsgebiete präzise hingewiesen: Porträts, Werbefotos, Industriefotos, Farbfotos, Mikrofotos, Reportagen, Reproduktionen.[[/p]] [[p]]Seine zunehmende Erblindung zwang Hermann Claasen in den 1970er- Jahren, die Fotografie aufzugeben, bevor er 1978 endgültig sein Atelier auflöste. Um 1980 kam es durch den Journalisten Friedrich Riehl zur Wiederentdeckung von Hermann Claasen und dessen Fotografien sowie zur Neuauflage seiner Bücher. Es folgten zahlreiche Ausstellungen, so 1981 in der Galerie "T" in Kürten, 1982 im Kölner Rathaus und im Leopold- Hoesch-Museum in Düren sowie schließlich 1983 im Rheinischen Landesmuseum Bonn und im Goethe-Institut in Brüssel. Am 19. Dezember 1987 starb Hermann Claasen in Köln. Mit einer fünfbändigen Darstellung des OEuvres von Hermann Claasen legten Klaus Honnef und Rolf Sachsse zwischen 1993 und 1999 das umfassendste Werkverzeichnis eines deutschen Fotografen vor.[[/p]] [[p class="legend"]]Quelle: Adelheid Komenda, in: 1945 - Köln und Dresden. Fotografien von Hermann Claasen und Richard Peter sen. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung. Hg. von LVR-LandesMuseum Bonn und Deutsche Fotothek. Bonn: LVR-LandesMuseum 2015 [[/p]]Bestand[[p]]Der Nachlass von Hermann Claasen befindet sich seit 2004 in Besitz des LVR-LandesMuseum Bonn. Der Bestand umfasst ca. 10.000 Negative (verschiedene Formate, vor allem Kleinbild und 9 x 13), ebenso viele Kontaktbögen teils auf Karteikarten montiert, ca. 3.500 Originalabzüge überwiegend in Schwarz/Weiß, ca. 500 originale Postkarten, Buch-Dummies mit Originalabzügen zu verschiedenen Themen wie Wasser oder Mikroaufnahmen, diverse Motive aufgezogen auf Karton bzw. Spanplatte, ca. 20 frühe Landschaftsaufnahmen als Gummi- bzw. Bromöldrucke, originale Publikationen, teils Schriftverkehr und persönliche Aufzeichnungen. Umfassend wurde das Gesamtwerk mit dem von Klaus Honnef herausgegebenen und von Rolf Sachsse bearbeiteten fünfbändigen Werkverzeichnis (siehe Literatur) bearbeitet und erstmalig erschlossen. [[/p]]Publikationen[[p]] [[ul]] [[li]]Jacob Kneip: Der Kölner Dom, Bildband mit 36 Tafeln von Hermann Claasen, Staufen-Verlag, Köln 1939[[/li]] [[li]]Hürtgenwald. Mit Zeichnungen von Carl Weingartz und Photographien von Hermann Claasen, Ausst.-Kat. Düren o. J. [1946][[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Gesang im Feuerofen, Köln - Überreste einer alten deutschen Stadt, Fotografien von Hermann Claasen, mit einem Geleitwort von Franz A. Hoyer, Schwann-Verlag, 1. Aufl., Düsseldorf 1947, 2. Aufl. 1949, 3. [veränderte] Aufl. 1979 mit einem Vorwort von Josef Rick, 4. [unveränderte] Aufl. 1980[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Verbrannte Erde, Eine Denkschrift der Kreise Düren und Jülich zum Thema Hürtgenwald und Rurlandnot, Text Armin Renker, Verlag Deutsche Glocke, Köln 1949[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Cöln, Bildband mit 23 Original-Fotografien von Hermann Claasen und lyrischen Texten von Hubert Jacoby, Privatdruck Köln o. J. [um 1970][[/li]] [[/ul]] [[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]Hermann Claasen: Düren - Jülich - Hürtgenwald, Fotografien von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Ausst.-Kat. Leopold-Hoesch-Museum, Düren 1982[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Vor 40 Jahren [= Kleine Schriften zur Kölner Stadtgeschichte Nr. 2], Ausst.-Kat. Rathaus Köln, Köln 1982[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Das Ende, Kriegszerstörungen im Rheinland [= Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn Nr. 114], Ausst.-Kat. Rheinisches Landesmuseum, Köln 1983[[/li]] [[li]]Hermann Claasen. La Fin, Ausst.-Kat. Goethe-Institut Brüssel, Brüssel 1983[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Nichts erinnert mehr an Frieden: Bilder einer zerstörten Stadt, Hans J. Scheurer, Jan Thorn-Prikker (Hrsg.), Köln 1985[[/li]] [[li]]Karina Przybilla: Der Fotograf Hermann Claasen. Porträts und Momente (1948-78), [unveröffentl. Ms. Magisterarbeit Universität Bonn], vorgelegt April 1990[[/li]] [[li]]Hermann Claasen: Kirmes UKB 1950, Walter Müller (Hrsg.), mit einem Text von Reinold Louis, Köln 1992[[/li]] [[li]]Friedrich Riehl, Hermann Claasen: 65 Jahre Fotograf in Köln, Begleittext zur Ausstellung in der Galerie "T" Kürten 1981, als Manuskript vervielfältigt[[/li]] [[li]]Klaus Honnef: "Hermann Claasen", in: Aus den Trümmern, Kunst und Kultur im Rheinland und in Westfalen 1945-1952: Neubeginn und Kontinuität, Ausst.-Kat. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kunstmuseum Düsseldorf und Museum Bochum, Bonn 1985[[/li]] [[li]]Klaus Honnef, Walter Müller (Hrsg.): Hermann Claasen, Nie wieder Krieg! Bilder aus dem zerstörten Köln, Köln 1994[[/li]] [[li]]Hermann Claasen. Werkverzeichnis, Band 1-5, hrsg. von Klaus Honnef, Köln 1993-1999[[/li]] [[li]]Adelheid Teuber: Hermann Claasen. Trümmer-Photographien. Die öffentlichen Bauten [unveröffentl. Ms. Magisterarbeit Universität Bonn], vorgelegt Mai 1999[[/li]] [[li]]Jan Thorn-Prikker (Red.): Hermann Claasen. Das Ende. Kriegszerstörungen im Rheinland, Ausst.-Kat. Rheinisches Landesmuseum Bonn[[/li]] [[li]]1945 - Köln und Dresden. Fotografien von Hermann Claasen und Richard Peter sen. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung in Form einer Archivbox in einer Auflage von 500 Exemplaren. 50 Vorzugsexemplare enthalten zusätzlich zwei Handabzüge von Originalnegativen beider Fotografen. Texte von Jens Bove, Adelheid Komenda und Sebastian Lux. Hg. von LVR-LandesMuseum Bonn und Deutsche Fotothek. Bonn: LVR-LandesMuseum 2015.[[/li]] [[/p]] [[/ul]]


    Urheber Metadaten: SLUB/ConArt - Contemporary Artists (Komenda, Adelheid)

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70024347

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