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    Borchert, Christian

     

    Künstler-Datensatz 70015247

    * 1942 in Deutschland, † 2000.07.15

    Fotograf

    Keywords: Deutsche Fotothek, Fotografie- photography

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Borchert+Familienporträts"]]Familienporträts[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Borchert+Künstlerporträts"]]Künstlerporträts[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Borchert+Zeitreise"]]Zeitreise[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Borchert, Christian%22"]]Alle Aufnahmen von Christian Borchert[[/a]] [[/p]]Christian Borchert[[p]]Der 1942 in Dresden geborene, am 15. Juli 2000 tödlich verunglückte [[strong]]Christian Borchert[[/strong]] gilt als einer der bedeutendsten deutschen Fotografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts.[[/p]] [[p]]18.000 Arbeitsabzüge aus seinem von der Fotothek erworbenen, umfangreichen Nachlass sind mit Hilfe der [[a target="_blank" class="external" href="http://www.zeit-stiftung.de"]]ZEIT-Stiftung[[/a]] im Rahmen eines Katalogisierungsprojekts seit Ende März 2004 in der Bilddatenbank der Fotothek recherchierbar.[[/p]] [[p]]Mit seiner seit 1977 angelegten "DDR-Sammlung" ist Christian Borchert zum Chronisten der Kultur- und Sozialgeschichte der DDR geworden. Im Mittelpunkt seiner Sozial- und Stadtdokumentationen steht der Mensch - sei es als Persönlichkeit, im Alltag oder in den Spuren, die er im Raum hinterläßt.[[/p]] [[p]]Schon in den frühen Aufnahmen von Klassenkameraden, seiner Heimatstadt und deren Umgebung legte er als 14-Jähriger Themenkanon und Vorgehensweise fest: "Kirchen, den Pieschener Hafen, Brücken... Das Systematisieren hat mich immer interessiert. Als Kinder hatten wir Sammelbilder von den Chlorodont-Werken. Das Sammeln und Ordnen hat mir gefallen" (Christian Borchert, 1996).[[/p]] [[p]]Diese Sammelleidenschaft und Ordnungsliebe kann als Ausdruck eines Bedürfnisses nach Selbstvergewisserung gelesen werden, für das zudem die zahlreichen Selbstporträts sprächen.[[/p]] [[p]]Auch, dass er seiner Heimatstadt Dresden trotz - oder gerade wegen - seines Weggangs zeitlebens eng verbunden blieb, mag zu dieser Lesart passen. In seiner zurückhaltenden, gleichzeitig überaus genauen Art hat er den Alltag, die bauliche Entwicklung, die Künstler oder Familien der Stadt dokumentiert, als Fotograf wie auch als Herausgeber der Bildbände "Semperoper Dresden - Bilder einer Baulandschaft" (1985), "Dresden. Flug in die Vergangenheit" (1993) oder "Zeitreise. Bilder einer Stadt" (1996).[[/p]] [[p]]Christian Borcherts Werk bewahrt Blicke auf die Wirklichkeit: aufmerksam, teilnehmend, kritisch. Es ist in seiner Gesamtheit eine autorenschaftliche Bildgeschichte der Lebenswelt des Fotografen seit dessen Jugendjahren: "Ich will eine wahre Darstellung von Erscheinungen, und dabei geht es in erster Linie um die Erscheinung und nicht um deren Korrektur. Aber in zweiter Linie: Dass der Betrachter darüber nachdenkt, was der Chronist ihm zeigt, das will ich mir schon wünschen."[[/p]] [[p]]Susanne Gänshirt-Heinemann, Jens Bove[[/p]] [[p class="legend"]]© SLUB/Deutsche Fotothek, März 2004 [[/p]]Biographisches[[p]] [[table]] [[tr]][[td width="80" valign="top"]]1942[[/td]] [[td valign="top"]]geboren in Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1948-60[[/td]] [[td valign="top"]]Schulbesuch in Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1960-63[[/td]] [[td valign="top"]]Studium Kopierwerktechnik an der Ingenieurschule für Filmtechnik Potsdam-Babelsberg[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1963-64[[/td]] [[td valign="top"]]Güteingenieur in der Technischen Kontrollorganisation der Filmfabrik Wolfen[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1965-66[[/td]] [[td valign="top"]]Grundwehrdienst[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1966-70[[/td]] [[td valign="top"]]Güteingenieur in der Abteilung Herstellung und Versorgung des Deutschen Pädagogischen Zentralinstitutes Berlin[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1967[[/td]] [[td valign="top"]]Fotografenfacharbeiterprüfung an der Zentralen Berufsschule Caputh[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1970-75[[/td]] [[td valign="top"]]Bildreporter bei "NBI - die Zeit im Bild"[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1971-74[[/td]] [[td valign="top"]]Fernstudium Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Abschluß als Fotografiker[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]seit 1975[[/td]] [[td valign="top"]]freischaffend, zuerst auf dem Gebiet der Porträtfotografie, später auch Architekturfotografie[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1977[[/td]] [[td valign="top"]]Beginn einer Sammlung von Fotografien zum Leben in der DDR[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1977-85[[/td]] [[td valign="top"]]Dokumentation des Wiederaufbaus der Semperoper Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1978-80[[/td]] [[td valign="top"]]Betreuung der Fotogalerie in der "Galerie Berlin"[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1983-84[[/td]] [[td valign="top"]]Projekt "Familienporträts", gefördert vom Kulturbund der DDR[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1985-90[[/td]] [[td valign="top"]]Auswahl von Einzelbildern zur Geschichte Dresdens aus Dokumentarfilmen zwischen 1910 und 1949[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]seit 1991[[/td]] [[td valign="top"]]Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Fotografie[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1992[[/td]] [[td valign="top"]]Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin für Stadtbilddokumentation in Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1993-94[[/td]] [[td valign="top"]]Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn für Familienporträts[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]2000[[/td]] [[td valign="top"]]tödlich verunglückt in Berlin[[/td]] [[/tr]] [[/table]] [[/p]]Der Bestand in der Fotothek[[p]]Nach dem Tod des Fotografen Christian Borchert konnte die Deutsche Fotothek neben der Berlinischen Galerie in Berlin und dem Kupferstich-Kabinett in Dresden mit Mitteln des Freistaates Sachsen wesentliche Teile seines Nachlasses erwerben: ca. 230.000 S/W-Negative, 18.000 Arbeitsabzüge sowie rund 2.300 Kleinbilddias. [[/p]] [[p]]Der Ankauf kam im Dezember 2000 in einem für Nachlässe ungewöhnlich geordneten Zustand in die Fotothek: Die Arbeitsabzüge in 64 chronologisch und thematisch beschrifteten Kartons, ergänzt durch Adresskarteien zu den Familienporträts, ein topographisches Bildkartenregister seiner Motive und alphabetisch sortierte Kontaktabzüge von Künstlern in 2 Schachteln.[[/p]] [[p]]Der schriftliche Nachlass wird mit der Signaturangabe Mscr. Dresd. App. 2802... in der Handschriftensammlung der SLUB verwahrt.[[/p]]Das Katalogisierungsprojekt[[p]]Mit großzügiger Unterstützung der Hamburger [[a class="external" target="_blank" href="http://www.zeit-stiftung.de"]]ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius[[/a]] sind die rund 18.000 von der Deutschen Fotothek erworbenen Arbeitskopien aus dem Nachlass des im Jahr 2000 verunglückten Fotografen Christian Borchert zwischen Januar 2003 und März 2004 katalogisiert worden. Abzüglich nachgewiesener, aber nicht redundant im Internet publizierter Mehrfachexemplare stehen nun rund 12.000 Fotografien in der Bilddatenbank der Fotothek für Recherchen und Bestellungen zur Verfügung. [[/p]] [[p]]Der Begriff "Arbeitskopie" stammt dabei vom Fotografen selbst und findet sich entsprechend auch als Stempelaufdruck auf den Rückseiten einiger Aufnahmen. Borchert sah diese Arbeitsabzüge im Gegensatz zu Ausstellungsabzügen als sein Arbeitsmaterial, das er nicht nur ständig durch neue Aufnahmen erweitert, sondern immer wieder gesichtet und nach neuen Themenzusammenhängen geordnet hat: "Ich benötige Zeit, ehe ich mir darüber im klaren bin, ob ein Bild mein Bild ist - ich verwerfe oft wieder und hole zurück aus den Ausfallmotiven" (Borchert, 1996).[[/p]] [[p]]Die hier abgebildete, bekannte Straßenszene am Nöldnerplatz (Bo.Pos. 012/023) etwa, die Christian Borchert von seiner Wohnung in der Leopoldstraße fotografiert hat, ist entsprechend nicht nur in einem seiner Kartons unter der Aufschrift "Berlin", sondern auch in anderen mit dem Titel "Blick aus meinem Fenster" oder in einer Auswahl von Motiven für eine Ausstellung zu finden. Schon weggeworfene Abzüge wurden in den Karton "Knitterfotos" einsortiert.[[/p]] [[p]]Die eigentlichen Ausstellungsabzüge befinden sich in der Berlinischen Galerie (ca. 1400 Motive) und im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (ca. 500 Motive).[[/p]] [[p]]Zu seinem nun in der Datenbank nachgewiesenen Arbeitsmaterial zählt neben den eigenen Abzügen auch ein umfangreicher Bestand an Fremdaufnahmen, der von historischen Fotografien seit Ende des 19. Jahrhunderts bis zu Aufnahmen zeitgenössischer Fotografen seines Freundeskreises wie Sybille Bergemann, Arno Fischer, Ute und Werner Mahler oder Gundula Schulze El Dowy reicht.[[/p]] [[p]]Die Sichtweisen und Haltungen Borcherts spiegeln sich aber nicht nur in den eigenen und den von ihm gesammelten Fotografien selbst. Auch die von ihm überlieferte Ordnung seiner Arbeitsmaterialien und die dafür verwendeten Aufbewahrungsmittel teilen Vieles über den Fotografen mit. Für die Archivierung seines Werkes hat Borchert nur hochwertige Materialien verwendet. Die Kartons bezog er über die Kasseler Firma Monochrom, einem Spezialanbieter von Waren zur archivalischen Aufbewahrung von Fotografien. Den überwiegenden Teil der Abzüge verwahrte Borchert in Pergaminhüllen. Schon dies belegt, dass Christian Borchert sich des Wertes seines Werkes bewußt war, mit dem er "behutsam, fast ehrfürchtig" (Andreas Krase) umging.[[/p]] [[p]]Als Ziel des Katalogisierungsprojekts ist daher formuliert worden, die vorgefundene Ordnung des Positivmaterials beizubehalten und auch in Hinsicht auf zukünftige wissenschaftliche Forschung zu überliefern. Nicht umsonst habe Christian Borchert an seinem Medium interessiert, "eine Mitteilung zu machen". Er sah die Fotografie "immer in ihrer einem Sachverhalt dienenden Funktion". Andere sollten sich jetzt oder später oder an fremden Orten "eine Vorstellung machen können von Situationen und Verhältnissen" (Christian Borchert, 1996).[[/p]] [[p]]Die in der Fotothek vor allem mit Stiftungsmitteln erbrachte inhaltliche Erschließung der Arbeitskopien stüzte sich - soweit vorhanden - auf die Beschriftungen des Fotografen auf den Rückseiten der Abzüge, auf den von ihm verwendeten Kartons sowie auf die Angaben der unter verschiedenen Aspekten zusammengestellten Karteikästen. Häufig ergab sich eine Vollständigkeit der Informationen aber erst im Laufe der Datenaufnahme - durch die Kombination der verschiedenen Angaben auf unterschiedlichen Abzügen desselben Motivs. Darüber hinaus fehlende Informationen zu Aufnahmeort, Datierung, Bildbeschreibung und vor allem zu Personen wurden durch Recherchen im Internet, in einschlägigen Nachschlagewerken, in Publikationen Christian Borcherts und zum Teil auch mit Hilfe seiner Verwandten und Freunde sowie durch gezielte Anfragen in Archiven ergänzt.[[/p]] [[p]]An der Hauptarbeit der Katalogisierung waren in der Schlußphase neben Frau Gänshirt-Heinemann wesentlich auch Christiane Höhler und Sylvia Ziegner beteiligt sowie die Praktikantinnen Sylvia Made und Claudia Nitsche, denen aufgrund ihres wertvollen, dennoch unentgeltlichen Einsatzes besonderer Dank gebührt.[[/p]] [[p]]Mitgewirkt haben daneben auch viele weitere Mitarbeiter der Fotothek: für das forcierte Scannen in den letzten Wochen gebührt unser Dank Claudia Göthel und Susann Tronick, Gina Pötzold und Petra Thiele, für die Verschlagwortung Regina Göbel, für die redaktionelle Kontrolle Gabriele Heinrich, Anne Spitzer und vor allem Christa Bach sowie Klaus-Dieter Bernstein für die Betreuung der Datenbank. Zu Dank verpflichtet sind wir außerdem Annett Schmerler, die den schriftlichen Nachlass Borcherts in der Handschriftensammlung der SLUB gesichtet, geordnet und in den wichtigsten Teilen [[a class="external" target="blank" href="http://hansopac.slub-dresden.de/cgi-bin/slub.pl?t_tunnel=idn&idn=n186"]]katalogisiert[[/a]] hat.[[/p]]Publikationen[[table]] [[tr]] [[td width="50"]]1985[[/td]] [[td]]Semperoper Dresden : Bilder einer Baulandschaft. Dresden: Verlag der Kunst, 1985. - 261 S.[[/td]] [[/tr]] [[tr]] [[td]]1986[[/td]] [[td]]Berliner. Berlin: Ex pose verlag, 1986. - 105 S.[[/td]] [[/tr]] [[tr]] [[td]]1993[[/td]] [[td]]Dresden : Flug in die Vergangenheit; Bilder aus Dokumentarfilmen. Dresden; Basel, Verlag der Kunst, 1993. - 296 S.[[/td]] [[/tr]] [[tr]] [[td]]1996[[/td]] [[td]]Christian Borchert - Zeitreise : Bilder einer Stadt; Dresden 1954 1995. Dresden: Verlag der Kunst, 1996. - 207 S.[[/td]] [[/tr]] [[tr]] [[td]]1999[[/td]] [[td]]Victor Klemperer - ein Leben in Bildern. Berlin: Aufbau-Verlag, 1999. - 223 S.[[/td]] [[/tr]] [[/table]]Einzelausstellungen[[table]] [[tr]][[td width="50" valign="top"]]1975[[/td]] [[td valign="top"]]Schwedt[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1976[[/td]] [[td valign="top"]]Berlin, Potsdam, Schwedt[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1977[[/td]] [[td valign="top"]]Merseburg[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1978[[/td]] [[td valign="top"]]Freital, Berlin[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1979[[/td]] [[td valign="top"]]Paks (Ungarn)[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1980[[/td]] [[td valign="top"]]Cottbus, Dresden, Vilnius[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1982[[/td]] [[td valign="top"]]Leipzig[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1983[[/td]] [[td valign="top"]]Halle (Saale), Berlin[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1987[[/td]] [[td valign="top"]]Neubrandenburg[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1988[[/td]] [[td valign="top"]]Berlin (West), Hagen, Karl-Marx-Stadt[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1990[[/td]] [[td valign="top"]]Dresden, München[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1991[[/td]] [[td valign="top"]]Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1992[[/td]] [[td valign="top"]]Berlin, Radebeul[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1995[[/td]] [[td valign="top"]]Berlin, Dresden[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1996[[/td]] [[td valign="top"]]Dresden, Bautzen[[/td]] [[/tr]] [[tr]][[td valign="top"]]1998[[/td]] [[td valign="top"]]Berlin[[/td]] [[/tr]] [[/table]] [[p]][[strong]]Ausstellungsbeteiligungen zwischen 1976 und 1999[[/strong]][[/p]] [[p]]Altenburg, Berlin, Bonn, Bremen, Charleroi, Eisenhüttenstadt, Erfurt, Karlsruhe, Köln, London, Montpellier, Wiesbaden.[[/p]]Der schriftliche Nachlass in der Handschriftensammlung der SLUB[[p]]Neben dem umfangreichen fotografischen Nachlass des prominenten Fotografen in der Deutschen Fotothek wird der handschriftliche Nachlass Christian Borcherts in der Handschriftensammlung der SLUB verwahrt.[[/p]] [[p]]Dort ist er mit Eigenmitteln der Bibliothek gesichtet, geordnet und in seinen wesentlichen Teilen katalogisiert worden, darunter die Korrespondenzen mit namhaften Schriftstellern. Ziel war, Borcherts Bilder zum Alltag in der DDR seit den 50er Jahren, seine Künstlerportraits und Familienbilder, Baudokumentationen und Stadtaufnahmen durch Recherchen zu Hintergrundinformationen seiner Bildreportagen zu ergänzen.[[/p]] [[p]]Die Ergebnisse dieses Katalogisierungsprojekts sind in der [[a class="external" target="blank" href="http://hansopac.slub-dresden.de/cgi-bin/slub.pl?t_tunnel=idn&idn=n186"]]allegro-HANS-Datenbank der Handschriftensammlung[[/a]] recherchierbar.[[/p]] [[strong]]Familie[[/strong]] [[p]]Den ersten großen Komplex des Nachlasses in der Handschriftensammlung bilden Materialien zur Familiengeschichte einschließlich einer Sammlung zur Familienforschung, Fotoalben und Korrespondenz. Der Familie Borchert, die sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, scheint das Sammeln und Bewahren förmlich im Blut gelegen zu haben. Das Gesammelte wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Interessen der einzelnen Familienmitglieder erstreckten sich auf verschiedene Gebiete: Christian Borcherts Großvater Gustav beschäftigte sich beispielsweise mit Ahnenforschung und Wetterkunde, von ihm haben sich auch Rezepte und Gedanken über die deutsche Sprache erhalten. Borcherts Onkel Walter wurde Maler und beschäftigte sich mit Astrologie: in mehreren Briefen erläutert er seinem Neffen - auf dessen interessierte Nachfrage - die genaue Konstellation der Sterne zum Zeitpunkt von dessen Geburt. Borcherts Vater sammelte Autogramme von Schauspielern, zudem ergriff ihn Fernweh, das ausschlaggebend für den Bau eines Bootes wurde. Sein Traum von einem unsinkbaren Schiff und Aufzeichnungen von verschiedenen Bootsreisen bildeten offenbar die Grundlage für ein Theaterstück, während der tragische Fall der Ermordung der Großmutter von Christian Borchert den Stoff für eine Kriminalgeschichte lieferte, die in einem Publikationsorgan der Nationalen Volksarmee veröffentlicht wurde (Armee-Rundschau 8/1964). Die Fotoalben, z.T. von Borchert selbst zusammengestellt, mit Notizen und Reproduktionen alter Fotografien versehen, präsentieren sich sorgfältig und liebevoll gestaltet. In Alltagsfotos, die Aufschlüsse über Kleidung, Wohnungseinrichtung etc. geben, und Aufnahmen von Faschingsfeiern, Hochzeitsgesellschaften etc. wird ein anschauliches Bild der Lebens- und Festkultur der Familie Borchert in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vermittelt. Dieses wird von Glückwunschkarten, selbstverfassten Liedern und Festschriften zu familiären Anlässen ergänzt. Auch in der Familienkorrespondenz und in verschiedenen anderen Schriftstücken spiegelt sich ein Stück Dresdner Zeitgeschichte wider, so z.B. in Notizen zum 13. Februar 1945 oder einer Liste der Tauschgegenstände aus der Hungerszeit nach dem Kriegsende.[[/p]] [[strong]]Biografisches[[/strong]] [[p]]Der zweite große Komplex befasst sich mit dem Leben und den Lebensumständen des vielversprechenden Sonntagskindes Christian Borchert. In chronologischer Folge dokumentieren Schriftstücke u.a. Materialien dessen Lebensweg, ergänzt von einer chronologischen Fotosammlung, aber auch amtlichen Unterlagen wie Steuererklärungen. Zu Borcherts persönliche Kindheitserinnerungen, die noch in die letzten Kriegsjahre fallen, zählen Ausmal-Heftchen, verschiedene Spiele, selbstgebastelte Handpuppen u.a. Seine auffallende Ordnungsliebe sticht in seiner Sammlung von "Stammbuchblümchen" und Briefmarken ebenso ins Auge wie in den Schulheften und Schulbüchern. Die Materialien der Schulzeit geben wiederum bildungspolitische Aufschlüsse: sie informieren über gestellte Aufsatzthemen, Inhalte des Geschichtsunterrichtes, das Pensum der Hausaufgaben, das Niveau mancher Klassenarbeiten usw. Auf dem Stundenplan standen z.B. auch Kalligraphie/ Kunstschrift, sowohl in der Grund- als auch in der Oberschule. Borcherts Heimatkunde-Unterricht fiel in eine Zeit, in der Geographie und Kultur Gesamtdeutschlands behandelt wurde, obwohl der Staat bereits politisch geteilt war. Auf der anderen Seite lässt sich die Entwicklung des politisch-ideologischen Einflusses in schulische Belange verfolgen, sei es in den 10 sozialistischen Moralgesetzen oder in einer Entschuldigung wegen einer versäumten Schrottsammlung. Teilweise Amüsantes bietet die Bebilderung bzw. Werbung auf Schulheften. Borcherts fotografische Anfänge lassen sich bis in seine Kindheit zurückverfolgen. Stolz vermerkte er jede neue Anschaffung in seinen Taschenkalendern, seine Weihnachts- und Geburtstagswunschlisten bestanden fast ausschließlich aus Büchern und Fotomaterialien. Dennoch verdiente er sich die meisten Anschaffungen selbst: als Komparse beim Dresdner Staatstheater, in der Weinkelterei Robert Weber und anderswo. Auch begann er frühzeitig, Drehbücher zu schreiben z.B. zu Don Quichote und dem Produktionsprozess in der Firma Robert Weber. Vielleicht liegt bereits hier der Keim seiner späteren Entwicklung: die Vorliebe und ein geschärfter Blick für das Alltägliche. Immer wieder stößt man auf Fotos der Familie, meist in Alltagssituationen. Besonders gelungen sind ihm Porträts alter Menschen in ihrem Umfeld. Vor allem mit seinem Vater scheint Christian Borchert eng verbunden gewesen zu sein, Aufnahmen aus der Werkstatt, beim Bootsbau etc. füllen mehrere Fotoalben. Borcherts ursprünglicher Wunsch, Kameramann zu werden, ließ sich nicht verwirklichen, und so führte ihn sein Weg über die Ingenieurschule für Filmtechnik in Potsdam-Babelsberg, und Arbeitsstellen als Güteingenieur und Verwaltungsangestellter in Wolfen, Babelsberg und Berlin zu einer Beschäftigung als Bildreporter bei der "Neuen Berliner Illustrierten" (NBI), bis er 1975 freischaffend tätig werden konnte.[[/p]] [[strong]]Korrespondenz[[/strong]] [[p]]Der beträchtliche Briefwechsel von Christian Borchert umfasst Schriftverkehr mit annähernd 200 Persönlichkeiten. Zu den namhaftesten zählen vorrangig bildende Künstler (Horst Bartnig, Hermann Glöckner, Ernst Lewinger, Curt Querner, Herbert Tucholski, Max Uhlig), aber auch Schriftsteller (Günter de Bruyn, Franz Fühmann, Christa Wolf ), Musiker (Paul Dessau, Rainer Kunad, Siegfried Matthus, Ruth Zechlin) u.a. Kulturschaffende (Ernst Hermann Meyer, Fritz Löffler). Der Auftrag zur Anfertigung einer Porträtserie von zahlreichen Mitgliedern der Akademie der Künste, ließ eine von Borchert angelegte "Künstlerdatei" entstehen, in der er seine ersten Eindrücke oder Aussprüche der von ihm Porträtierten vermerkte. Groß ist auch die Zahl der Freunde und Bekannten, von denen viele ebenfalls schriftstellerisch und künstlerisch tätig sind (Heinz Czechowski, Peter Gehrisch, Wulf Kirsten, Richard Pietraß, Helfried Strauß u.a.).[[/p]] [[strong]]Werk[[/strong]] [[p]]Der größte Teil des Nachlasses von Christian Borchert in der Handschriftensammlung der SLUB betrifft dessen Werk und Wirken. Rezensionen, Plakate und Schriftwechsel künden von einer regen Ausstellungstätigkeit. Diese wie auch Materialien zu verschiedenen anderen Aufträgen und Projekten werden chronologisch dokumentiert, während bestimmte Themenkreise, die Borchert über mehrere Jahre beschäftigten, und aus denen meist Publikationen hervorgingen, extra zusammengefasst werden. Dazu zählen die Aufträge zu "Familienporträts", Ausstellungen und Publikationen zu "Berliner", einem Projekt der Dokumentation sämtlicher Plastiken von Georg Kolbe oder zu dem leider abgebrochenen Vorhaben "Motive aus der DDR". Wie gewissenhaft Borchert seiner Aufgabe als Herausgeber nachkam, belegen die Konvolute zu seinen Büchern, z.B. "Victor Klemperer. Ein Leben in Bildern", zu denen sich umfangreiche Recherche- und Sammelmaterialien erhalten haben.[[/p]] [[strong]]Sammlung[[/strong]] [[p]]Ein besonderes Faible Borcherts bestand in dessen Sammlerleidenschaft, gepaart mit dem Blick für Skurriles, Kurioses, Paradoxes etc. Einblicke in diese Sammlung vermittelt der letzte Komplex des Nachlasses. Das hier von Borchert Zusammengetragene umfasst neben einer Fotosammlung (Alben und Einzelfotos aus Antiquariaten und Trödelmärkten), eine Postkartensammlung (unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten: altes Dresden bis zur modernen Kunst), eine Sammlung von Autogrammen zeitgenössischer, von Borchert porträtierter Künstler aus den Jahren 1975-1978 und eine große Anzahl von Ausstellungseinladungen. Vielfältig erscheint auch das Spektrum der Zeitungsartikel zu Künstlern und Ausstellungen, zum historischen Dresden, der Stadtentwicklung sowie Artikeln, die darauf hindeuten, dass Borchert zu den Menschen zählte, die am aktuellen Zeitgeschehen Anteil nahmen. Zu den vielleicht kuriosesten Sammelstücken Borcherts zählen Etiketten, Verpackungen und typische kleine Gebrauchsgegenstände aus der DDR-Zeit. [[/p]] [[p]]Der Nachlass von Christian Borchert vermittelt aufgrund der Materialfülle ein komplexes und anschauliches Bild von dessen Persönlichkeit, seinem Blick auf die Welt im Großen und das Alltägliche im Kleinen. Das "Werk" im engeren Sinn nimmt im Gesamtkontext nur einen Teil des Nachlasses ein, auch wenn das Leben unweigerlich mit dem Wirken verwoben ist. So handeln seine Korrespondenz oder tagebuchartigen Notizen auch von künstlerischen Fragen. Darüber hinaus dürfte dieser Nachlass in soziologisch-sozialgeschichtlicher Hinsicht von Interesse sein, da sich aus der Zeit eines ganzen Jahrhunderts (ca. 1900-2000) Nachweise zu Verdiensten, Renten, Lebenskosten, Rücklagen etc. erhalten haben. [[/p]] [[p]]Für die Handschriftensammlung der SLUB ist Borcherts Vermächtnis noch in anderer Weise bedeutsam: es ist dies der erste umfassende schriftliche Nachlass, der mit der Software allegro-HANS erfasst wird. Diese Datenbank ermöglicht den Nutzern, nach Stichpunkten zu recherchieren, die man nicht unmittelbar mit dem Namen Borchert und seinem Nachlass in Verbindung bringen würde, wie z.B. Materialien zur Dampfschifffahrt aus den Unterlagen des Großvaters oder alte Aufnahmen der 1946 abgebrannten Weinbergkirche Dresden-Trachenberge, die in den Dokumenten zu Borcherts Großmutter enthalten sind. Borcherts Nachlass in der Handschriftensammlung, der derzeit noch abschließ in Bearbeitung ist, umfasst etwa 80 Kapseln und 15 Ordner. Sobald der Nachlass vollständig erschlossen ist, wird er in Gänze auch im Internet recherchierbar sein.[[/p]] [[p]]Annett Schmerler[[/p]]Förderer[[a target="_blank" href="http://www.zeit-stiftung.de"]][[img src="http://fotothek.slub-dresden.de/aps/aps-logo-zeit.jpg"/]][[/a]] [[/p]]


    Literature:
    • VII. Fotoschau der DDR. 28. Oktober - 19. November 1972. Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm
    • IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1982/83

    Urheber Metadaten: SLUB/ConArt - Contemporary Artists (Thieme, Hans-Ulrich), Bildrechte: Deutsche Fotothek

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70015247

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