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    Reisser, Christoph

     

    Werkstatt-Datensatz 16303521

    gegründet 1873 in Wien
    Österreich, 1873-3000

    Aus den Druckereien der Presse bzw. der Neuen Freien Presse hervorgegangen ist eine Druckerdynastie, die das Wiener graphische Gewerbe durch viele Jahrzehnte mitgeformt hat. Ihr Stammvater war CHRISTOPH REISSER (im Fraktursatz stets: Reißer; heutige Schreibung: Reisser) (...) Nach der Weltausstellung betrieb er ab Ende 1873 ein eigenes Geschäft, zunächst mit einem Gesellschafter unter der Bezeichnung CHR. REISSER & JOSEF BAYER, ab 1879 mit dem Sohn des Herausgebers der Neuen Freien Presse unter CHR. REISSER & M[AX] WERTHNER. Als Anerkennung für seine überdurchschnittlichen Leistungen überließ ihm die Neue Freie Presse nach dem Ende der Weltausstellung zu einem günstigen Kaufpreis einen Teil der dort gezeigten Maschinen, nämlich 3 Schnell- und 2 Tiegeldruckpressen. Mit zunächst 20 Personen widmete Reisser sich nun vor allem dem Zeitschriften-, Werk- und Illustrationsdruck. (...) Hier gliederte er 1882/83 auch eine Flachdruckabteilung an. - Doch CHRISTOPH REISSER starb 1892, erst 56jährig. (...) Die Druckerei Reisser wurde zunächst durch die Witwe Isabella zusammen mit Max Werthner und Reissers Sohn VICTOR (...) weitergeführt. (...) Im Jahre1900 schied Werthner in gutem Einvernehmen aus, und der zweite Sohn CHRISTOPH REISSER D. J. trat als Teilhaber ein. Ein dritter Sohn, ADOLF REISSER, arbeitete als Ingenieur in der Maschinenfabrik Kaiser. Ein von ihm entwickelter Bogenanlegeapparat wurde in der Druckerei der Neuen Freien Presse verwendet. Das Unternehmen Reissers beschäftigte nunmehr über 200 (1914: 350) Personen; es firmierte unter CHRISTOPH REISSERS SÖHNE, VORM. REISSER & WERTHNER. (...) Als sich im Jahre 1913 der Gründer des Kunstverlages Anton Schroll aus dem Geschäftsleben zurückzog, ging seine Firma zunächst zum Teil, 1931 ganz in die Hände der Familie Reisser über. Auch die Verlagsbuchhandlung L. Seidel & Sohn wurde angegliedert, und als nach dem Ersten Weltkrieg die berühmte Firma Fromme verwaiste, übernahm das Haus Reisser die meisten ihrer Agenden. (...) Die Hauptarbeitsgebiete der Firma Reisser waren der Druck von wissenschaftlichen und belletristischen Werken, Lehrbüchern, Jugendschriften, Festschriften, Katalogen, Zeitschriften, Buch- und Wandkalender sowie Werken bibliophilen Charakters. (...) Man stellte auch viele Drucksorten für Verkehrsunternehmen und für den aufkommenden Tourismus her (...) In den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges trat die Firma Reisser dem Druckerei- und Verlagshaus Carl Fromme Ges.m.b.H. als Gesellschafter bei, übernahm später alle Anteile und fusionierte den Betrieb mit dem eigenen. Die Chefs der Firma Reisser unterhielten auch ein enges Verhältnis zu vielen zeitgenössischen Künstlern, vor allem zu jenen des Hagenbundes, deren Plakate fast ausschließlich aus den Pressen Reissers kamen (viele abgebildet bei Mascha). (...) MAX WERTHNER SCHIED IM Jahre 1900 aus der Gemeinschaft mit Christoph Reisser und gründete eine eigene Buchdruckerei, für die er 1902 einen Neubau erstellte. Als Spezialität gab er Farbendrucke an. 1911 errichtete er die Ges.m.b.H. WERTHNER, SCHUSTER & CO., ein Jahr darauf erwarb er die Steindruckkonzession. (Durstmüller, Band 2, S. 178, )
    "Höchsten Ansehens erfreute sich stets die Buchdruckerei CHRISTOPH REISSER'S SÖHNE, Wien V, Arbeitergasse 1-7, 1918 im Familienbesitz von Isabella Reisser, der Witwe des Firmengründers (1843 bis 1931) und von deren Söhnen Victor (1867 bis 1944) und Christoph (1873 bis 1957), verfügte sie über Buch- und Steindruckerei, später auch Offsetdruck, und beschäftigte in den ersten Nachkriegsjahren etwa 350 Arbeiter und Angestellte. (...) Die beiden Brüder ergänzten einander in der Leitung des Betriebes: Victor widmete sich der Kundenbetreuung sowie der Herstellung und zeichnete in Zusammenarbeit mit namhaften Grpahikern für geschmackvolle Typographie verantwortlich; Christoph war für kaufmännische und organisatorische Aufgaben sowie für die maschinelle Ausstattung des Betriebes zuständig. Der Seniorschef, Victor Reisser, von 1918 bsi 1930 Prsädient des Reichsverbandes der Buchdruckereibesitzer und 1930 bis 1938 des Hauptverbandes, starb 1944. Der nunmehrige Seniorchef Christoph Reisser, sein Sohn Friedrich Reisser sowie der von 1924 bis 1962 als Druckereileiter fungierende Hans Reisser vertraten in dieser Zeit die Kommanditgesellschaft Christoph Reisser's Söhne. (...) 1962 formte man das Unternehmen zu einer AG um. (...) Was Qualität der Ausführung anlangt, zählte die Firma Reisser stets zu den erstrangigen Druckereien Österreichs. (...) Die Sanierung wurde nach dem Eintritt des Druckers und Verlegers FRIEDRICH GEYER SEN. (seit 1972 Vorstandsmitglied) innerhalb weniger Jahre durchgeführt. (...) 1975 schlossen sich die Firmen CHRISTOPH REISSERS SÖHNE, AG NG. KG, AGENS-WERK GEYER + CO., HEINRICH BOOG & CO. im Sinne des Strukturverbesserungsgesetzes zur Firma AGENS-WERK GEYER + REISSER in einer Kommanditgesellschaft zusammen. (Durstmüller, Band 3, S. 183f., )


    Literature:
    • Durstmüller 1985, 362

    Urheber Metadaten: Österreichische Nationalbibliothek Wien

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/wer/16303521

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