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    Pilsudski, Bronislaw

    Künstler-Datensatz 90067250


    Alternative Namensform: Pilsudskij, Bronislav

    * 1866.11.02 in Zułów, † 1918.05.17 in Paris

    Tätig in Sachalin & Wladiwostok & Krakau & Wien

    Ethnologe, Linguist, Musikologe, Fotograf


    Nachweisland: Polen

    Schlagwörter: Fotografie- photography

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Pilsudski, Bronislaw%22"]]Alle Aufnahmen anzeigen[[/a]] [[/p]]Biografisches[[p]]Bronislaw Pilsudski (1866-1918) war ein polnischer Ethnologe. Im Jahr 1886 wurde er aufgrund seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Vorbereitung eines Attentats auf Zar Alexander III. (reg. 1881-1894) verhaftet und zu 15 Jahren Zwangsarbeit auf Sachalin im Fernen Osten Russlands verurteilt. Bereits 1897 wurde er von der Zwangsarbeit begnadigt, blieb aber dennoch in der Verbannung. Auf der russischen Insel im Pazifik erforschte Pilsudski zwischen 1887 und 1905 die Kulturen verschiedener indigener Bevölkerungsgruppen. Neben dem Sammeln ethnografischer Objekte und Tonaufnahmen der Sprache der Ainu erstellte er auch zahlreiche Fotografien. Ein Teil der Bilddokumente in der Sammlung „Bronislaw Pilsudski, 1887-1905“ entstand während einer Forschungsreise in den russischen Teil des Amur-Landes an der Grenze zu China, die Pilsudski im Jahr 1905 als Mitarbeiter des „Museums der Gesellschaft zur Erforschung des Amurlandes“ in Wladiwostok unternahm. Nach insgesamt 18 Jahren in der Verbannung kehrte der Ethnologe nach Europa zurück und lebte in Krakau und Wien. Im Jahr 1918 ertrank Pilsudski in Paris in der Seine.[[/p]]Der Bestand „Bronislaw Pilsudski“ im Museum für Völkerkunde zu Leipzig und weitere Bestände[[p]]Nach seiner Rückkehr aus der sibirischen Verbannung verkaufte Bronislaw Pilsudski Positivabzüge aus seiner fotografischen Sammlung an verschiedene Museen in Europa. Die Konvolute variieren in ihrer Anzahl und zum Teil in den enthaltenen Motiven. Vereinzelt unterscheiden sich gleiche Motive in ihren Bildausschnitten.[[/p]] [[p]]Dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig (MVL) verkaufte Pilsudski im Jahr 1910 ein Konvolut von 209 Abzügen auf Silbergelatinepapier und 7 auf Kollodiumpapier, alle in unterschiedlichen Formaten. Diese kamen im selben Jahr in zwei Teilen in der zehnten und 48. Sendung ins Haus. Von fünfzig Positiven wurden zudem im MVL Repronegative angefertigt.[[/p]] [[p]]Weitere Bestände besitzen das Weltmuseum Wien in Österreich mit 192 Positivabzügen, das Rautenstrauch-Joest-Museum der Kulturen mit 76 Positiven und das Stadtmuseum der litauischen Stadt Druskininkai (Druskininky miesto muziejus) mit 46 Positivabzügen. Eine umfangreiche Sammlung befindet sich vermutlich auch im Russischen Ethnografischen Museum (Rossijskij etnograficheskij muzej) in St. Petersburg. Die Polnische Akademie der Gelehrsamkeit (Polska Akademia Umiejętności) in Krakau besitzt ein Album mit 48 Seiten, das 221 Positive aus den Jahren 1892 bis 1896 umfasst. Die Bilder in diesem Album dokumentieren das Leben der Verbannten und der Bewohner in Alexandrowsk Sakhanlinsk, verschiedene Ausstellungen im dortigen Regionalmuseum und die Kultur der Giljaken. 19 Fotografien von den Ainu befinden sich in den Sammlungen des ethnographischen Museums im schweizerischen Neuchatel (Musée d’Ethnographie de Neuchâtel).[[/p]] [[p]]Pilsudski dokumentierte Kleidungs- und Baustile und hielt in seinen Bildern Jagdpraktiken, Webtechniken und andere Alltagsfertigkeiten fest. Zudem machte er eine Reihe anthropometrischer Aufnahmen. Dem Ethnologen gelang es darüber hinaus bei verschiedenen Festen und Ritualen anwesend zu sein. So gehört zum Bestand des MVL eine Serie von 22 seltenen Aufnahmen, die Pilsudski während eines Bärenkults der Ainu machte. Die insgesamt 125 Fotografien in der Sammlung, die Pilsudski bei den Ainu aufnahm, gehören zu den letzten Zeugnissen ihrer Kultur auf Sachalin vor der Besetzung der Insel durch japanische Truppen.[[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]The Collected Works of Bronisław Piłsudski. Vol 1. The Aborigines of Sakhalin. Berlin 1998.[[/li]] [[li]]Pilsudski, Bronislaw: Materials for the Study of the Ainu Language and Folklore. Cracow 1912.[[/li]] [[li]]Wilczynska, Zuzanna: Die Fotografische Sammlung von Bronislaw Pilsudski im Museum für Völkerkunde Wien. Werdegang Pilsudskis vom Verbannten zum Forscher. Analyse der Bilder. Diplomarbeit, Wien 2009.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]


    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek (Rohrmüller, Marc/Kliewer, Mario)

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/90067250

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