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    Troll, Carl

    Künstler-Datensatz 90028635


    Alternative Namensform: Troll, Carl Theodor

    * 1899.12.24 in Gabersee, Oberbayern, † 1975.07.21 in Bonn

    Geograph, Botaniker, Hochschullehrer, Amateurfotograf
    Professor


    Nachweisland: Deutschland

    Schlagwörter: Fotografie- photography

    Portfolios[[p]][[a href="http://www.deutschefotothek.de/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Troll,%20Carl%22"]]Alle Aufnahmen anzeigen[[/a]][[/p]]Biografisches[[p]] Carl Troll (1899-1975) gehörte zu den bedeutendsten deutschen Geographen des 20. Jahrhunderts. Er unternahm zahlreiche Forschungsreisen und war von 1960 bis 1961 Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn. Troll studierte von 1919 bis 1922 an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) neben Botanik und Geographie auch Chemie und Geologie. Seine Dissertation über die [[i]]Entfaltungsbewegung der Blütenstiele[[/i]] reichte er 1921 bei dem Botaniker Karl von Goebel (1855-1932) ein. Im Jahr 1925 habilitierte er sich mit einer vegetationsgeographischen Arbeit über [[i]]Ozeanische Züge im Pflanzenkleid Mitteleuropas[[/i]], während er von 1922 bis 1927 als Assistent bei dem Geographen Erich von Drygalski (1865-1945) am Geographischen Institut der LMU tätig war. 1930 erhielt Troll den ersten Ruf als außerordentlicher Professor und Leiter des Instituts für Kolonial- und Überseegeographie an der Universität zu Berlin. Von 1936 bis 1938 bekleidete Troll die ordentliche Professur sowie die Leitung der Abteilung Wirtschaftsgeographie am Institut für Meereskunde der Berliner Hochschule. Im Jahr 1938 übernahm er den Lehrstuhl für Geographie am Geographischen Institut der Universität Bonn, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1966 innehatte. Daneben übernahm der Geograph zahlreiche weitere Funktionen, wie unter anderem von 1938 bis 1964 den Vorsitz der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Seit 1937 war er Herausgeber der Zeitschrift [[i]]Koloniale Rundschau[[/i]]. 1947 gründete er die Zeitschriften [[i]]Erdkunde[[/i]] und [[i]]Bonner Geographische Abhandlungen[[/i]], 1951 und 1952 die Publikationsreihen [[i]]Colloquium Geographicum[[/i]] und [[i]]Arbeiten zur Rheinischen Landeskunde[[/i]]. Im Jahr 1949 leitete Troll den Fachausschuss der Geographie der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, der Vorgängerorganistation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von 1960 bis 1964 die Internationale Geographische Union. [[/p]]Reisen und Expeditionen[[p]] Carl Trolls erste große Forschungsreise, unternommen in den Jahren 1926 bis 1929 nach Südamerika, bestand aus mehreren Etappen: Gemeinsam mit dem österreichischen Ingenieur, Archäologen und Forschungsreisenden Arthur Posnansky (1873-1946) bereiste der Geograph mit dem Schiff und dem Maultier das bolvianische Altiplano-Hochland. Es folgten Exkursionen nach Nordchile und in die ostbolivianischen Anden, die er alleine unternahm. Als wissenschaftlicher Teilnehmer der Expedition des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins erforschte Troll von Mai bis Juli 1928 die Cordillera Real. Im Auftrag der deutsch-kolumbianischen Fluggesellschaft Sociedad Colombo Alemana de Transportes Aereos (SCADTA) unternahm er von August 1928 bis September 1929 Untersuchungen in Kolumbien, Ecuador und Panama. Zusammen mit dem Geographen und Bergsteiger Karl Wien (1906-1937) durchquerte Carl Troll wenige Jahre später im Rahmen einer Ost- und Südafrikareise von 1933 bis 1934 den afrikanischen Kontinent von Eritrea über den Ostrand des anglo-ägyptischen Sudans, Britisch-Ostafrika, Tanganjika, Sansibar, die südafrikanische Provinz Natal bis nach Kapstadt. Ergänzend dazu unternahm er in Begleitung des Geographen Rudolf Schottenloher (1911-1944) von September bis Oktober 1937 eine Italienisch-Ostafrikareise. Troll und Schottenloher fuhren mit dem Automobil durch die italienischen Kolonialgebiete in Eritrea und Äthiopien. Im Jahr 1937 nahm Carl Troll an der Deutschen Nanga-Parbat-Expedition unter der Leitung von Karl Wien teil, der zusammen mit sechs weiteren Expeditionsteilnehmern durch eine Eis- und Schneelawine ums Leben kam. Troll und der Physiologe Ulrich Luft (1910-1991) waren die einzigen Überlebenden. [[/p]] [[p]] Seine Reisen widmete Carl Troll umfangreichen geographischen Forschungsarbeiten. Er vermaß Routen- und Höhenprofile, kartographierte Landschaften mittels photogrammetrischer Verfahren und sammelte Pflanzen für Herbarien. In den bolivianischen Anden sammelte er Daten zur Vergletscherung, zum Klima, zur Vegetations- und Landwirtschaftsverteilung und machte geochronologische Untersuchungen. Seine Flüge mit der SCADTA nutzte er, um methodische Verfahren zur Interpretation geographischer Luftbildfotografien zu entwickeln. Seine Afrikareisen dienten neben Untersuchungen zur Klima- und Vegetationsgeographie, geologischen und kartographischen Vermessungen sowie der Erforschung der Lebensbedingungen in den afrikanischen Hochgebirgsregionen auch explizit kolonialgeographischen Feldforschungen in Tanganjika und Italienisch-Ostafrika. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Reisen war Trolls übergreifendes Ziel ein geographischer Vergleich der Hochgebirgslandschaften in Südamerika und Afrika. [[/p]]Bestand in der Deutschen Fotothek[[p]] Aufnahmen von Carl Troll kamen 1986 mit Übernahme des Negativarchivs des damaligen Instituts für Geographie und Geoökologie der Akademie der Wissenschaften in Leipzig, heute Leibniz-Institut für Länderkunde, in die Deutsche Fotothek. Der Bestand umfasst insgesamt 4728 Aufnahmen auf Kunststoffnegativen im Format 9 x 12 cm in Schwarzweiß. Davon entstanden 1315 Aufnahmen während der Südamerikareise 1926-1929 und 3413 Aufnahmen im Rahmen von Trolls Afrikareisen. Die Erschließung des Bestandes erfolgte mithilfe von publizierten Reisebeschreibungen und Karten Carl Trolls sowie mit Findmitteln, die jedoch bislang nur für die Bilder der Südamerikareise vorliegen. [[/p]] [[p]] Entsprechend seines wissenschaftlichen Interesses spiegeln die Aufnahmen Carl Trolls die regionalspezifischen Wechselbeziehungen zwischen geologischen, klimatischen, botanischen, hydrologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren in Hochgebirgsregionen wider. Die Bilder zeigen die Vergletscherung auf Andengipfeln wie dem Ancohuma und dem Illampu sowie auf dem Mount Kenya. Sie dokumentieren Wetterlagen über der Cordillera Real und im abessinischen Hochland, den Verlauf von Flüssen wie dem Rio Desaguadero in Bolivien oder dem Ngerengere in Tansania und die geographische Ausdehnung von Seen wie dem seit 2015 ausgetrockneten Lago Poopó oder dem Titicacasee sowie dem Victoriasee. Desweiteren zeigen sie die Verteilung endemischer Pflanzen in Südamerika und Ostafrika. Zusammen mit fotografischen Studien zur Verteilung landwirtschaftlicher Anbauflächen, Infrastruktur und kulturellen Praktiken der lokalen Bevölkerungen ergibt sich eine komplexe Dokumentation der landschaftsökologischen Zusammenhänge in tropischen Hochgebirgsregionen. Carl Trolls Aufnahmen sind wichtigte Bildquellen aus den Hochgebirgsregionen Südamerikas und des östlichen und südlichen Afrikas, die im frühen 20. Jahrhundert noch relativ unberührt waren von den gravierenden Auswirkungen von Urbanisierung, Klimawandel und Landwirtschaft im Laufe des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Vor allem in den afrikanischen Regionen dokumentieren sie jedoch die Anfänge dieser Entwicklungen, denn Troll dokumentierte den Einfluss der europäischen Kolonialmächte auf die lokale Landwirtschaft, Infrastruktur und Umwelt. [[/p]]Publikationen in Auswahl[[p]] [[ul]] [[li]]Troll, Carl: Anden und Cordillera Real. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Bd. 60, Innsbruck 1929, S. 35-53.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: An Expedition to the Central Andes 1926-28. In: The Geographical Review, XIX, New York 1929, S. 234-247.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Bericht über eine Forschungsreise durch das östliche Afrika. In: Koloniale Rundschau. Zeitschrift für koloniale Länder-, Völker-, und Staatenkunde, 26. Jahrgang, Heft 5, Berlin 1935, S. 273-306.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Bericht über eine Forschungsreise durch das östliche Afrika. IV. Reisen im ehemaligen Deutsch-Ostafrika. Mandat Tanganjika Territory. Uluguru. In: Koloniale Rundschau. Zeitschrift für koloniale Länder-, Völker-, und Staatenkunde, 27. Jahrgang, Heft 3, Berlin 1936, S. 209-219.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Das Pflanzenkleid des Nanga Parbat : Begleitworte zur Vegetationskarte der Nanga-Parbat-Gruppe (Nordwest-Himalaja). In: Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Deutschen Museums für Länderkunde. Leipzig, Bd. 7.1939, S. 149-160.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Das deutsche Kolonialproblem auf Grund einer ostafrikanischen Forschungsreise 1933/34. Berlin 1935.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Die Cordillera Real. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Heft 7/8, Berlin 1928, S. 279-312.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Die zentralen Anden. Die bisherigen Ergebnisse seiner Zentral-Anden-Expedition im Rahmen einer physiographischen Skizze. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde. Jubiläums-Sonderband, Berlin 1928, S. 92-118, Karte I.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Forschungen in den Anden. In: Forschung und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 5 Jg., 1929, S. 93-94.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Forschungsreisen im unbekannten Nordwesten Südamerikas. In: Forschung und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 5 Jg., 1929, S. 224-225.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Forschungsreisen in den zentralen Anden von Bolivien und Peru. In: Petermanns geographische Mitteilungen, 73. Jahrgang, Gotha 1927, S. 125-135.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Forschungsreisen in den zentralen Anden Südamerikas. In: Petermanns geographische Mitteilungen, 74. Jahrgang, Gotha 1928, S. 100-103, Tafel 10-13.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Kolonialgeographische Forschung und das deutsche Kolonialproblem. Breslau 1937.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Koloniale Raumplanung in Afrika. In: Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, zugl. Organ d. Deutschen Geographischen Gesellschaft. - Berlin : Gesellschaft für Erdkunde, 1941, S. 1-44.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Meine Anden-Expedition 1926-1929. In: Deutsche Forschung. Aus der Arbeit der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Heft 13: Reisen und Ausgrabungen, Berlin 1930, S. 56-75.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Neue Probleme wissenschaftlicher Kolonialforschung. In: Kolonialprobleme der Gegenwart, mit 34 Bildern auf Tafeln und 15 Textfiguren. Berlin 1939, S. 1-23.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Reisen in den östlichen Anden Boliviens. In: Dr. A. Petermanns Mitteilungen, 75. Jahrgang, Gotha 1929, S. 181-188, Tafel 11-13.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Über seine Forschungen auf dem Hochlande von Bolivien. Brief an Professor A. Penck. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1927, S. 226-230.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Über seine Forschungen in der bolivianischen Ostkordillere. Brief an Geheimrat Penck. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1929, S. 49-50.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Vegetationskarte der Nanga-Parbat-Gruppe (Nordwest-Himalaja). Herausgegeben mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Deutschen Museums für Länderkunde zu Leipzig 1938; Deutsche Himalaja-Expedition 1937 [Maßstab:] 1 : 50000. 71 x 94 cm. In: Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Deutschen Museums für Länderkunde. Leipzig, Bd. 7.1939.[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Tagebücher der Reisen in Bolivien 1926, 1927. Bearb. von Felix Monheim. Stuttgart 1985 (Schriftenreihe: Erdwissenschaftliche Forschung / Hrsg. Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung, Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz).[[/li]] [[li]]Troll, Carl: Vom Titikakasee zum Poopósee und zum Salar in Coipasa. In: Petermanns geographische Mitteilungen, 73. Jahrgang, Gotha 1927, S. 218-222.[[/li]] [[li]]Troll, Carl/Wien, Karl: Der Lewisgletscher am Mount Kenya. In: Geografiska Annaler. Vol. 31. Glaciers and Climate: Geophysical and Geomorphological Essays, Stockholm 1949, S. 257-274.[[/li]] [[li]]Troll, Carl/Wien, Karl: Oldeani-Ngorongoro. eine neue deutsche Pflanzungskolonie im inneren Ostafrika. In: Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Museums für Länderkunde zu Leipzig. Leipzig, Bd. 3.1935, S. 95-116.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]Beck, Hanno: Carl Troll – ein Geograph im Geist Alexander v. Humboldts (1899–1975). In: Hanno Beck: Große Geographen. Pioniere – Außenseiter – Gelehrte. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1982, ISBN 3-496-00507-6, S. 273–281.[[/li]] [[li]]Wilhelm Lauer: Carl Troll – Naturforscher und Geograph. In: Erdkunde 30, Berlin 1976, S. 1-7; mit Publikationsverzeichnis 1970-1975, S. 7–9.[[/li]] [[li]]Lauer, Wilhelm: Carl Troll zum 70. Geburtstag. In: Lauer, Wilhelm (Hrsg.): Argumenta Geographica. Colloquium Geographicum 12., Bonn 1970, S. 11–17; mit Publikationsverzeichnis 1960–1970, S. 18-26.[[/li]] [[li]]Lautensach, Hermann: Carl Troll. Ein Forscherleben. In: Erdkunde. Archive for scientific geography, Band 13, Heft 4, Bonn 1959, S. 245-258.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]


    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek (Rohrmüller, Marc & Kliewer, Mario)

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/90028635

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