font-awesome-load
material-design-icons-load
Filter your search
     

    Jäckel, Hildegard

     

    Künstler-Datensatz 90024056

    * 1903.06.03 in Dresden, † 1974.03.02 in Dresden

    Fotografin

    Nachweisland: Deutschland

    Keywords: Deutsche Fotothek, Fotografie- photography

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Jäckel, Hildegard%22"]]Alle Aufnahmen von Hildegard Jäckel[[/a]] [[/p]]Hildegard Jäckel[[p]] Kein Jubiläum war Anlass, sich mit der Dresdner Fotografin Hildegard Jäckel (1903-1974) zu befassen, sondern die Rettung ihres für die Stadtgeschichte bedeutenden Nachlasses, quasi in letzter Minute. Bei dem größten Teil der rund 12.500 in der Deutschen Fotothek überlieferten Aufnahmen aus dem Zeitraum 1945 bis 1967 handelt es sich um Zellulosenitrat-Negative, die aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften einem kontinuierlichen Selbstzersetzungsprozess ausgesetzt sind, der selbst bei bestmöglicher Lagerung nicht aufzuhalten ist. Einzige Möglichkeit, diese unwiederbringlichen, akut bedrohten Aufnahmen in ihrer Summe als Dresdner Kulturdenkmal zu erhalten, war ihre schnellstmögliche digitale Duplizierung im Rahmen eines in den vergangenen zwei Jahren von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder geförderten Digitalisierungsprojekts. [[/p]] [[p]][[/p]] [[p]]Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten suchte die Lichtbildnerin Hildegard Jäckel bedeutende Persönlichkeiten aus Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur in ihrer privaten oder beruflichen Sphäre auf, um sie so authentisch wie möglich in ihrem Umfeld zeigen zu können. So lichtete sie Carl Orff in München ab, Hermann Henselmann in der Berliner Bauakademie oder Karl Kröner beim Malen in seinem Radebeuler Atelierwohnhaus. In ihrer Heimatstadt Dresden fotografierte sie u.a. Bernd Aldenhoff, Wilhelm Hübner, Hans Jüchser, Rudolf Neuhaus, Friedrich Paulus oder Elfride Trötschel um nur einige zu nennen. Bemerkenswert sind ihre Kopfstudien von Schauspielern und Sängern sowie ihre Handstudien von Dirigenten und bildenden Künstlern. Mit einer noch näher zu betrachtenden, 1954 publizierten Bildserie über den Dirigenten Rudolf Kempe fand sie Aufnahme in den Verband Bildender Künstler Deutschlands. [[/p]] [[p]][[/p]] [[p]]Hildegard Jäckel wurde am 3. Juni 1903 als Tochter des Bildhauermeisters Paul Jäckel (1880-1930) und seiner Frau Martha in Dresden geboren. Im elterlichen Haus auf der Krügerstraße 14 in Oberloschwitz ist sie zusammen mit ihren Geschwistern Hertha und Heinz aufgewachsen. Nach dem Besuch der Loschwitzer Schule absolvierte sie eine Fotografenlehre bei Bruno Wiehr, der in Dresden eine Fotohandlung mit Porträtstudio betrieb und auch Werbefilme produzierte. 1922 erschien sein der Jugendbewegung verpflichtetes Buch „Der männliche Körper in Linien und Licht“ im Lichtkampf-Verlag, in einer Reihe die einen Beitrag leisten wollte „zum Bau eines deutschen Hauses voller Licht und Sonne, errichtet mit frohstarkem Lebensmut für taterfülltes Leben seiner Männer und Frauen und für artedle Beschaulichkeit in den Feier-Stunden.“ [[/p]] [[p]]Nach wie vor mit ihrer verwitweten Mutter, die das Grabsteingeschäft des früh verstorbenen Vaters weiterführte, in ihrem Elternhaus auf der Krügerstraße wohnend, hatte Hildegard Jäckel von etwa 1926/27 bis 1934 einen Geschäftsraum auf dem Weißen Hirsch, Bautzner Landstraße 34. Nach ihrem Vater verliert sie in dieser Zeit auch ihren Verlobten durch den Untergang eines Segelschulschiffes und „lebt seither“, wie Frohse formuliert, „mit Fräulein [Hanna] Schmidt, einer Frau mit streng anerzogener Etikette, zusammen.“ [[/p]] [[p]]Zwischen 1935 und 1938 befand sich ihr Atelier im Hochhaus am Albertplatz, Antonstraße 2a II. Durch die Unterstützung Bekannter konnte Hildegard Jäckel dann ein Atelier in der Altstadt einrichten, Prager Straße 18 II, in dem Aufnahmen u.a. von Gerhart Hauptmann, Max Planck und Paul Hoffman entstanden. Um 1943 verlegte sie ihre Aufnahmeräume in die Südvorstadt, Bayreuther Straße 40 III. 1944 entstehen anlässlich seines 80. Geburtstages die berühmten Porträtaufnahmen von Richard Strauss, die bis heute im Kunsthandel zirkulieren. [[/p]] [[p]]Durch die Bombenangriffe im Februar 1945 wurde ihr fotografisches Werk fast vollständig vernichtet. Erhalten geblieben sind lediglich ein Porträt des Kammersängers Arno Schellenberg, Reproduktionsnegative ihrer im Juli 1942 aufgenommenen Porträts von Gerhart Hauptmann sowie acht eigenhändige Reproduktion ihrer Porträtserie von Richard Strauss, außerdem einige private Filmstreifen von Urlaubsreisen aus dem Jahr 1940 und eine Reihe Familienbilder aus den 1920er und 1930er Jahren. [[/p]] [[p]]Obwohl in dem 1985 aus Privatbesitz in die Deutsche Fotothek gelangtem fotografischen Nachlass Jäckels nur diese wenigen Aufnahmen aus der Zeit vor 1945 erhalten sind und keinerlei Publikationsbelege existieren, lassen sie doch Rückschlüsse auf die Interessen der Fotografin zu, die sich schon zu dieser Zeit insbesondere auf die Oper und ihr Hausorchester richteten.[[/p]] [[p]]Hildegard Jäckels erstes Atelier nach dem Krieg ist 1948 auf dem Weißen Hirsch, Zeppelinstraße 3, nachweisbar, im Folgejahr verzeichnen die Adressbücher die Anschrift Karl-Schmidt-Weg 16 in Loschwitz. 1950 bezieht sie schließlich repräsentative Atelier- und Wohnräume auf der Plattleite 25: „Eine gute Adresse für Dresdner Künstler, sich porträtieren [[/p]] [[p]]zu lassen […]. Die Villa mit der wundervollen Esskastanie im Garten, zierte am Tor ein Schaukasten mit der Aufschrift „Lichtbildwerkstatt Hildegard Jäckel“. In der Summe entstehen hier vor allem tausende Aufnahmen von Dresdnern und Dresdnerinnen, von Damen und Herren, von Brautpaaren, Konfirmanden oder Kindern, aber „einen großen Teil ihrer Arbeit nehmen neben den laufenden Atelieraufnahmen die Erledigung der Aufträge ein, die Frau Jäckel von Verlagen und Theatern unserer Republik und Westdeutschlands entgegennimmt. Darüber hinaus ist sie an der Gestaltung von Prospekten und Werbematerial aller Art, insbesondere allerdings für Gebrauchsgrafik beteiligt,“ berichtete Gottfried Schmiedel anlässlich Jäckels dreißigjährigem Wirken in Dresden.[[/p]] [[p]]Im Jahr 1958 verlegt sie ihre Wohnung zurück in das Haus ihrer Kindheit auf der Krügerstraße, 1964 erfolgt die Übergabe ihres Geschäfts und des Negativarchivs an einen Nachfolger. Am 2. März 1974 stirbt Hildegard Jäckel in Dresden. [[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]Hildegard Jäckel, Gottfried Schmiedel: Bildnis des schaffenden Künstlers. Ein Dirigent bei der Arbeit [Bild-Text-Band mit 24 Porträts von Rudolf Kempe während der Probenarbeit mit der Staatskapelle Dresden zur 2. Sinfonie von Johannes Brahms]. Leipzig: Breitkopf & Härtel Musikverlag, 1954. – 50 Blatt. [[/li]] [[li]]Kopfstudie Christel Goltz 1946 in: Rosenthal, Harold: Sopranos of today. Studies of twenty-five opara singers. London: John Calder, 1956. – Seite 36. [[/li]] [[li]]Gottfried Schmiedel: Aus der Liebe zum Anderen. Zum 30jährigen Wirken der Dresdner Lichtbildner in Hildegard Jäckel. Porträt in: Tageszeitung DIE UNION vom 27.10.1956, Dresden 11/1956, Nr. 255. – Seite 4. [[/li]] [[li]]Gottfried Schmiedel: Zum Tode von Hildegard Jäckel. Nachruf in: Sächsisches Tageblatt Nr. 61 vom 13.03.1974, Dresden 29/1974. – Seite 3. [[/li]] [[li]]Jürgen Frohse, Als "Lichtbildnerin" eine Meisterin der Porträtkunst. Die Photographin Hildegard Jäckel [6 Fotografien]. In: Elbhang-Kurier. Dresden: Friebel, Juni 1998. – Seite 8f. [[/li]] [[li]]Jens Bove: Den Kopf gerettet. Das Porträtarchiv Hildegard Jäckel in der Deutschen Fotothek als illustriertes Inventar Dresdner Bildungsbürgertums, in: Dresdner Geschichtsbuch 15, S. 223-233.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]Ausstellungen[[p]] [[ul]] [[li]]Kaffee Wippler in Dresden-Loschwitz, Körnerplatz 2: Fotografie von Hildegard Jäckel. Aus Anlass ihres 100. Geburtstages. Eröffnung 01.06.2003.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]


    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek , Bildrechte: Deutsche Fotothek

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/90024056

    Comments:

    Please log in or register to add a comment.

     
    Portrait
    Instituion / Collection
    Integrated Authority File (GND)