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    Peter, Richard sen

     

    Künstler-Datensatz 70102218

    * 1895.05.10 in Klein Jenkwitz, † 1977.10.03 in Dresden

    Tätig 1908-1912 in Schlesien
    Tätig nach 1912 in Essen
    Tätig 1918 in Halle (Saale)
    Tätig 1924-1933 in Dresden
    Tätig 1927 in Argentinien & Brasilien
    Tätig 1930/1931 in Schweden & Norwegen

    Fotograf, Redakteur

    Nachweisland: Deutsche Demokratische Republik

    Keywords: Deutsche Fotothek, Fotografie- photography

    Portfolios[[p]][[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=freitext&desc=Portfolio-Peter-sen"]]Auswahl[[/a]] | [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Peter, Richard sen.%22"]]Alle Aufnahmen von Richard Peter sen.[[/a]] [[/p]]Richard Peter sen.[[p]]Richard Peter sen. ist weit über Dresden hinaus zu hohem Ansehen gelangt und wurde 1970 mit dem Titel "Excellence FIAP" der internationalen Förderation für künstlerische Fotografie ausgezeichnet. [[/p]] [[p]]Bekannt ist er vor allem durch seine Aufnahmen vom zerstörten Dresden. Als der 1895 in Klein Jenkwitz/Schlesien geborene Autodidakt im September 1945 aus dem Kriegsdienst in seine Wahlheimat Dresden zurückkehrte, fand er die Stadt und mit ihr sein fotografisches Werk sowie seine Ausrüstung zerstört: "Ein Mann verläßt den Dresdner Hauptbahnhof und erkennt seine Stadt nicht wieder. In schweren Zeiten sucht das Auge nach Zeichen intakten Lebens und gewöhnt sich daran, Not und Zerstörung auszublenden. Doch hier hilft keine Selbsttäuschung mehr. Die Stadt ist ein wüster, unkenntlicher Steinhaufen, dessen einstige Pracht aus den spärlichen Resten buchstabiert werden muss" (Bernd Erhard Fischer). [[/p]] [[p]]Mit zunächst geliehenen Kameras verdichtet Richard Peter sen. neben seiner Arbeit bei der illustrierten Zeitschrift "Zeit im Bild" und später bei "Der freie Bauer" die Trümmerlandschaft, die menschlichen Überreste in den verschütteten Kellern sowie den Wiederaufbau Dresdens "zu Bildern von eindrucksvoller Kraft". Eine Auswahl dieser Fotografien erschien 1950 in seinem bekanntesten, bis heute nachgefragten Bildband "Dresden - eine Kamera klagt an". [[/p]] [[p]] Es entstanden zahlreiche [[a class="external" target="_blank" href="http://www.slub-dresden.de/sammlungen/deutsche-fotothek/fotografen/peter-sen/publikationen-und-literatur/"]]weitere Bildbände[[/a]] und Dia-Serien. Richard Peter starb am 3. Oktober 1977 in Dresden. [[/p]] [[p]] Die Kulturstiftung des Bundes hat 7 Millionen Euro für ein Programm zur Konservierung und Restaurierung von gefährdetem mobilem Kulturgut (KUR) zur Verfügung gestellt, das sie gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder durchführt. Im Rahmen eines solchen KUR-Projektes hat die Deutsche Fotothek von Mai 2008 bis April 2010 rund 111.000 Filmnegative gesichtert und publiziert, die die historische Situation in Berlin, Dresden und Leipzig nach 1945 dokumentieren und die politische, kulturelle und städtebauliche Entwicklung in den folgenden Jahren des Wandels und der Neuformierung deutscher Lebenswirklichkeit bis circa 1960 begleiten, darunter auch alle Aufnahmen aus dem Nachlass Peter sen. [[/p]] [[p]]Sylvia Ziegner[[/p]]Biografisches[[p]]Richard Peter sen. wird am 10. Mai 1895 im schlesischen Klein Jenkwitz als achtes Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Seine ersten Begegnungen mit der Fotografie beschreibt Peter höchst anschaulich in seinen von Werner Wurst 1987 publizierten Lebenserinnerungen. Dem frühen Wunsch, Fotograf zu werden, steht zunächst ein Wunsch seiner Eltern entgegen, dem folgend Peter das Schmiedehandwerk erlernt ("Schmiedehammer statt Kamera"). [[/p]] [[p]]Nach seiner Lehre (1909-1912) nimmt Peter verschiedenste Tätigkeiten an, u.a. in der Kruppschen Räderschmiede in Essen. Dort kauft er seinen ersten Fotoapparat mit Stativ und einem Dutzend Platten auf Raten. Schon nach kurzer Zeit beginnt er, die Platten zu entwickeln und alle weiteren Fotoarbeiten selbst zu erledigen. [[/p]] [[p]]Nach dem 1. Weltkrieg geht Peter - inzwischen Vater und Witwer - nach Halle und arbeitet im Leunawerk, wo er mit der Arbeiterbewegung in Verbindung kommt. Er tritt der USPD, 1920 der KPD bei und erkennt, "wie wichtig es wäre, die Geschehnisse, die von der bürgerlichen Presse verfälscht dargestellt wurden, durch die Beweiskraft fotografischer Bilder zu widerlegen." Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien bleibt Peter in Dresden, wo er Arbeit findet. Seine Freizeit verbringt er im Labor der Fotosektion der Naturfreunde. Bald erscheinen in den Werbezeitschriften und Monatsblättern der großen Fotofirmen sowie in der Arbeiterpresse erste illustrierte Beiträge. Die politische Radikalisierung im Zuge der Wirtschaftskrise führt zu vermehrter Arbeit mit versteckten Kameras - in Schuhkartons und Aktentaschen. [[/p]] [[p]]Nach ausgedehnten Reisen durch Südamerika (1928-1930) und Nordeuropa (1930/1931) kehrt Peter 1931 nach Dresden zurück, wo er u.a. für die "Arbeiter Illustrierte Zeitung" (AIZ), den "Arbeiterfotograf" oder das "Illustrierte Volksecho" tätig ist. Noch bis 1938 fotografiert er mit der verborgenen "Bauchnabelkamera". Die Aufnahmen, etwa von der 'Kristallnacht', werden in leeren Brillantinedosen, die wiederum in Fahrradrahmen versteckt sind, über die Grenze zur A.I.Z.-Redaktion nach Prag geschmuggelt. [[/p]] [[p]]Als Richard Peter am 17.09.1945 aus dem Kriegsdienst wieder zurück nach Dresden kommt, muss er feststellen, dass die Wohnung mit seinen Kameras, Objektiven, Negativbeständen von Südamerika, Skandinavien, Tirol, den Dresdner Nachtaufnahmen und den Bildern aus dem Krieg zerstört ist: "Aus dem Totengerippe des Hauptbahnhofs tretend, irrte mein Blick über eine Wüste grotesker Ruinen, Häuserwracks und Turmstümpfe." Peter beginnt bei der KPD-Bildstelle tätig zu werden und wird schnell verantwortlicher Mitarbeiter der neuen Illustrierten "Zeit im Bild", die er mit aufbaut. Schon 1946 wechselt er zum Verlag "Der freie Bauer", wo er als Landesredakteur tätig wird. In diesen Jahren, d.h. in freien Nachmittagsstunden sowie an Sonnabenden und Sonntagen entstehen die Bilder für das Buch von der Dresdner Tragödie: "Dresden - eine Kamera klagt an". [[/p]] [[p]]Ab 1949 arbeitet Richard Peter als selbständiger Fotograf. In der Folgezeit entstehen Buch- und Kalenderillustrationen und Fotos für Messen und Ausstellungen. Peter arbeitet in der Zentralen Kommission Fotografie im Kulturbund der DDR mit, schreibt Artikel für die Fachpresse, kümmert sich um die Bilderbeschaffung für Diastreifen und um die Anforderungen zahlreicher Verlage. Es erscheienen mehrere Bildbände sowie die mehrjährige Folge des Farbkalenders "Auf Höhenwegen". Für sein fotografisches Schaffen erhält er zahlreiche Auszeichnungen, wie 1961 den Ehrenpreis für Fotografie vom Kulturbund der DDR und 1970 von der Internationalen Föderation für künstlerische Fotografie (FIAP) den Titel "Excellence FIAP". Am 3. Oktober 1977 stirbt Richard Peter sen. in Dresden. [[/p]]Der Bestand[[p]]Nach Richard Peters Tod verwaltete zunächst seine Frau Ly den Nachlass, dessen größten Teil sie mit Vertrag vom 7. Dezember 1983 der Deutschen Fotothek übergab. [[/p]] [[p]]In der Fotothek befinden sich 6.644 Negative, 2.296 Positive sowie 1.228 Kleinbilfarbddias - überwiegend aus den Jahren 1945 bis 1977. Dieser Bestand setzt sich aus Fotos von Städten und Gemeinden, aus Natur- und Landschaftsaufnahmen, aus Arbeitsdarstellungen sowie aus Porträts zusammen. Bei Aufnahmen von Städten handelt es sich vor allem um solche aus dem Gebiet der ehemaligen DDR, aber auch um Aufnahmen aus Moskau. [[/p]] [[p]]Die Landschaftsaufnahmen umfassen neben Ansichten der ehemaligen DDR auch solche der Alpen, des Schwarzwalds und der Bodenseeregion sowie Ansichten aus Polen. In dieser Gruppe enthalten sind außerdem "Bäume um uns" betitelte Naturaufnahmen. [[/p]] [[p]]Neben dem fotografischen Erbe in der Fotothek verwahrt die SLUB auch den schriftlichen Nachlass von Richard Peter. In der Handschriftensammlung befinden sich neben seinen Lebenserinnerungen vor allem Schriftstücke zur Person, zu einem Parteiverfahren sowie Briefe und sonstige Dokumente (Mscr.Dresd.App.2511). [[/p]]Publikationen[[p]] [[ul]] [[li]]Richard Peter sen.: [[b]]Dresden - eine Kamera klagt an[[/b]], Dresden: Dresdner Verlagsgesellschaft KG o.J. (1950), 3. Auflage: Halle/Saale: Fliegenkopf-Verlag o.J. (1995). [[/li]] [[li]]Richard Peter sen.: [[b]]Bautzen[[/b]], eingeleitet von Rudolf Böttger, Dresden: Sachsenverlag 1957.[[/li]] [[li]]Richard Peter sen.: [[b]]Menschen bei der Arbeit[[/b]], Halle/Saale: Fotokinoverlag 1959.[[/li]] [[li]]Richard Peter sen.: [[b]]Dresdner Notturno[[/b]], Dresden: Sachsenverlag 1961, 2. Auflage: Leipzig: VEB F.A. Brockhaus 1964.[[/li]] [[li]]Richard Peter sen. und Georg Piltz: [[b]]Die Kunst Nordostdeutschlands[[/b]], Dresden: Sachsenverlag 1961.[[/li]] [[li]]Richard Peter sen. und Eberhard Neubert: [[b]]Freiberg[[/b]], Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965.[[/li]] [[li]]Richard Peter sen. und Hermann Heinz Wille: [[b]]Insel Rügen[[/b]], Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1969.[[/li]][[li]] [[li]]Beiträge in "Zeit im Bild": 1960, Heft 19, S.2 (Fotos erzählen / Aus Trümmern zum Licht); 1964, Heft 34, S.10/11 (Saure Wochen vor dem Fest)) .[[/li]][[li]] [[/ul]] [[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]Ullrich Wallenburg (Hrsg.): Medium Fotografie, Halle: Staatliche Galerie Moritzbug 1978.[[/li]] [[li]]Kathleen Fischer (Hrsg.): Frühe Bilder - Eine Ausstellung zur Geschichte der Fotografie in der DDR, Leipzig: Gesellschaft für Fotografie im Kulturbund der DDR 1985.[[/li]] [[li]]Werner Wurst: Richard Peter sen. Erinnerungen und Bilder eines Dresdener Fotografen, Leipzig: VEB Fotokinoverlag 1987.[[/li]] [[li]]Heinz Hoffmann, Rainer Knapp (Hgg.): Fotografie in der DDR, Leipzig: VEB Fotokinoverlag 1987.[[/li]] [[li]]Ulrich Domröse (Hrsg.): Nichts ist so einfach wie es scheint. Ostdeutsche Photographie 1945-1989, Berlin: Berlinische Galerie 1992.[[/li]] [[li]]Klaus Honnef und Ursula Breymayer (Hrsg.): Ende und Anfang. Photographen in Deutschland um 1945, Berlin: Deutsches Historisches Museum 1995.[[/li]] [[li]]Karl Gernot Kuehn: Caught. The Art of Photography in the German Democratic Republic, Berkeley and Los Angeles, California: University of California Press 1997.[[/li]] [[li]]Ulrich Domröse (Hrsg.): Positionen künstlerischer Photographie in Deutschland seit 1945, Köln: DuMont 1997.[[/li]] [[li]]Ines Kampe: Deutschlandbilder - Die Nachkriegssituation in fotografischen Werken. Mit einem Beitrag zum Wiederaufbau der Medienlandschaft nach 1945, Marburg: Tectum-Verlag 1998.[[/li]] [[li]]Ludger Derenthal: Bilder der Trümmer- und Aufbaujahre. Fotografie im sich teilenden Deutschland, Marburg: Jonas Verlag 1999.[[/li]] [[/ul]] [[/p]]Ausstellungen[[p]] [[ul]] [[li]]1965 Wroclaw (Ausstellungstitel und -ort unbekannt). [[/li]] [[li]]1970 Dresden, bei Ilafot (am Altmarkt): "Dresden - Requiem und Auferstehung". [[/li]] [[li]]1973 Krakow: "Dresden - Requiem und Auferstehung". Freital, Haus der Heimat, Kreismuseum: "Meister der Photographie" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1977 Halle, Galerie Roter Turm: "Medium Fotografie" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1980 Dresden, Foyer Filmtheater Prager Strasse: "Richard Peter sen. Gedächtnisausstellung". [[/li]] [[li]]1982 Dresden, Kupferstich-Kabinett (SKD): "Photographie in Dresden" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1985 Berlin, Fotogalerie: "Richard Peter sen. Fotografien von 1945 bis 1948". Leipzig, Gesellschaft für Fotografie im Kulturbund der DDR: "Frühe Bilder. Eine Ausstellung zur Geschichte der Fotografie in der DDR" (Gruppenaustellung). Dresden, Albertinum (SKD): "Dresden. Bekenntnis und Verpflichtung" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1988 Köln, Historisches Rathaus: "Fotografie in der Kunst der DDR" (Gruppenaustellung).[[/li]] [[li]]1990 Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen: "Zeitbilder - Wegbereiter der Fotografie in der DDR" (Gruppenaustellung).[[/li]] [[li]]1991 Erfurt, Galerie am Fischmarkt: "Zeitbilder - Wegbereiter der Fotografie in der DDR" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1992 Berlin, Berlinische Galerie, Martin-Gropius-Bau: "Nichts ist so einfach wie es scheint" (Gruppenaustellung).[[/li]] [[li]]1995 Dresden, Deutsche Fotothek: "Richard Peter sen." Berlin, Deutsches Historisches Museum: "Ende und Anfang" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]1997 Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle der BRD: "Deutsche Fotografie. Macht eines Mediums" (Gruppenaustellung).[[/li]] [[li]]1998 Erfurt, Galerie am Fischmarkt: "Signaturen des Sichtbaren - Ein Jahrhundert der Fotografie in Deutschland" (Gruppenaustellung). Berlin, Martin-Gropius-Bau (Berlinische Galerie und Berliner Festspiele GmbH): "Positionen künstlerischer Photographie in Deutschland seit 1945" (Gruppenaustellung).[[/li]] [[li]]1999 Boston, Photographic Resource Center: "Recollecting a Culture" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[li]]2003 Berlin, Alte Nationalgalerie: "Kunst in der DDR" (Gruppenaustellung). [[/li]] [[/ul]] [[/p]]


    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek (Bidok) , Bildrechte: Deutsche Fotothek

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70102218

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