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    Kotzsch, August

    Künstler-Datensatz 70070410


    * 1836.09.20 in Dresden-Loschwitz, † 1910.10.23 in Dresden-Loschwitz

    Fotograf


    Nachweisland: Deutschland

    Schlagwörter: Deutsche Fotothek, Fotografie- photography

    Portfolios[[p]] [[a href="http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=queryGallery&index=fotografen&desc=%22Kotzsch, August%22"]]Alle Aufnahmen von August Kotzsch[[/a]] [[/p]]August Kotzsch[[p]] August Kotzsch, der sich selbst "Photograph in Loschwitz bei Dresden" nannte, ist durch seine Ansichten der Landschaft um Loschwitz bekannt, wo er zeit seines Lebens wohnte. Kotzsch fotografierte Alltagsszenen, lokale Ereignisse, die Arbeit der Handwerker und Bauern, Motive aus der Natur und Auftragsporträts von prominenten Besuchern. [[/p]] [[p]] Das Werk dieses Fotopioniers, das seit Mitte der 80er Jahre infolge wichtiger Ausstellungen auch internationale Reputation erlangte, ist gleichermaßen lokalgeschichtlich und fotohistorisch bedeutsam. Es stellt nicht nur eine Chronik der Dresdner Landschaft um Loschwitz dar, sondern gewährt auch sozialgeschichtliche Einblicke in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kotzschs Naturstudien in hoher technischer und kreativer Meisterschaft, seine arrangierten Gruppenporträts sowie die Einzelporträts brachten dem Fotografen Anerkennung ein. [[/p]] [[p]] 1873 erhielt er anläßlich der Weltausstellung in Wien eine Verdienstmedaille; 1875 beteiligte er sich an der Industrieausstellung in Dresden, und erhielt 1879, ebenfalls in Dresden, einen ersten Preis und ein Ehrendiplom. [[/p]] [[p]] Sylvia Ziegner [[/p]] [[p class="legend"]]© SLUB/Deutsche Fotothek, November 2004[[/p]]Bestand in der Deutschen Fotothek[[p]] [[p]] Der August Kotzsch-Bestand der Deutschen Fotothek beinhaltet Motive der Loschwitzer Umgebung aus den Jahren 1861-1894. [[/p]] [[p]] Neben dem Kernbestand von 29 Glasplatten im Format 18 x 24 cm (SLUB/DF 95 596 - 95 624), der laut Zugangsbuch im Juli 1953 in die Fotothek gelangte, befinden sich weitere vier Glasnegative (SLUB/DF 121 432 - 121 435) in der Sammlung, die mit Datum März 1953 im Zugangsbuch aufgeführt sind, sowie eine Platte (SLUB/DF 95 087), die schon 1935 als Geschenk von Kotzschs Sohn Otto in den Bestand aufgenommen werden konnte. [[/p]] [[p]] Ebenfalls mit Zugangsdatum Juli 1953 ist ein Konvolut von 50 Glasplatten im Format 9 x 12 cm (SLUB/DF 82702-82752) vermerkt. Bei 30 dieser Negative handelt es sich um Aufnahmen von Otto Kotzsch, die übrigen 20 sind Reproduktionen nach August Kotzsch, die vermutlich von Otto Kotzsch angefertig worden sind. [[/p]] [[p]] Desweiteren besitzt die Fotothek 18 Reproduktionen von Walter Möbius, die 1934 (SLUB/DF 20939) und 1937 (SLUB/DF 54989-55005) von originalen Positiven damals nicht spezifizierter Herkunft angefertigt worden sind. Weitere 20 Reproduktionen jüngeren Datums nach Originalen aus dem Kupferstich-Kabinett Dresden, dem Stadtarchiv und dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden sowie aus Privatsammlungen runden den Kotzsch-Bestand der Deutschen Fotothek dokumentarisch ab. [[/p]] [[p]] Insgesamt haben sich rund 700 Motive aus dem Werk von August Kotzsch erhalten: Viele befinden sich in Familienbesitz, vor allem bei Kotzschs Urenkel Volkmar Herre, sowie in verschiedenen Privatsammlungen im Raum Dresden. Im Stadtmuseum Dresden werden 48 Originalplatten sowie 102 Originalabzüge verwahrt. 11 Originalabzüge befinden sich im Kupferstich-Kabinett Dresden, 5 in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart, vier Originalplattten und 23 Reproduktionen, die nach 1920 von Kotzschs Sohn Hermann nach Originalen des Vaters angefertigt worden sind, im Hauptstaatsarchiv Dresden. [[/p]]Biografisches[[p]] [[p]] Carl Friedrich August Kotzsch wurde am 20. September 1836 in Loschwitz bei Dresden als zweites Kind des Winzerehepaares Johann Gottfried und Johanna Christiane Kotzsch geboren. Die Familie besaß einen Weinberg, die "Winterleithe", später "Kotzschens Berg" genannt, der ihnen einen bescheidenen Lebensunterhalt sicherte. [[/p]] [[p]] Von 1842 bis 1850 besuchte Kotzsch in Loschwitz die Dorfschule und trat anschließend, ohne ein Handwerk zu erlernen, in den elterlichen Betrieb ein. [[/p]] [[p]] Neben dem Weinanbau erzielte die Familie Einkünfte durch das Vermieten von Zimmern an Sommergäste, u.a. an Ludwig Richter, der sich 1852 bei seinem ersten Sommeraufenthalt in Loschwitz im Kotzsch-Haus eingemietet hatte, und der sich bis zu seinem Tod alljährlich in der Nachbarschaft einfinden sollte. [[/p]] [[p]] Kotzsch beginnt in dieser Zeit nach Zeichnungen und Holzschnitten Richters sowie nach der Natur zu zeichnen - 27 Zeichnungen sowie die Skizzenbücher haben sich erhalten. Der Wunsch nach einem Studium an der Kunstakademie blieb jedoch unerfüllt, da die Eltern aus ihren Einkünften einen Besuch der Kunstakademie nicht hätten bezahlen können. Um August als Miternährer für die Familie zu erhalten, kaufte ihn der Vater 1856 vielmehr vom Militärdienst frei. [[/p]] [[p]] Um 1860 ergab sich für Kotzsch die Gelegenheit, dem Nachbarn August Niemann, Maler und Fotograf, gelegentlich bei der Herstellung fotografischer Aufnahmen zur Hand zu gehen und die fotografischen Techniken zu erlernen. Nach dem Tod Niemanns um 1861 kaufte Kotzsch die Ausrüstung und war seitdem, neben seiner Weinbauern-Tätigkeit, gewerblicher Fotograf in Loschwitz. Neben der umfassenden Dokumentation des elterlichen Weinberges waren es vor allem Naturstudien, mit denen sich der junge Fotograf befasste. Dazu kamen Alltagsszenen, Aufnahmen von Persönlichkeiten und Ortsaufnahmen vor allem von Loschwitz, aber auch aus der näheren Umgebung, der Gegend um Schönfeld und der Lausitz. Auffällig sind die vielen Fotografien seiner unmittelbaren Nachbarschaft. [[/p]] [[p]] Im Jahr 1865 heiratete Kotzsch Sophie Fischer, die bereits 1866 bei der Geburt des ersten Kindes starb. 1868 ehelichte er Ida Auguste Leinert in Muskau, die ihm fünf Kinder gebar. Nach dem Tod seines Vaters 1869 war er für die Versorgung der eigenen Familie sowie von Mutter und Schwester verantwortlich. Da Kotzsch der einzige Fotograf in Loschwitz und Umgebung war, erhielt sein Atelier, eine Ecke des Hofes, vor allem am Wochenende regen Zuspruch. Zudem war er für die Aufnahmen von besonderen Anlässen im Ort verantwortlich, zum Teil als Auftrag, zum Teil aus eigenem Antrieb, und erfüllte seit 1877 die Nachfrage nach Bildpostkarten. [[/p]] [[p]] Von Kotzschs fotografischer Ausrüstung hat sich kaum etwas erhalten. Wahrscheinlich ist, dass Kotzsch eine sogenannte Schiebekastenkamera verwendet hat, als Objektive kommen der "Aplanat" von Steinheil und das "Orthoskop" von Petzval in Betracht. Ab Mitte der 1870er Jahre fertigte er auch Stereoaufnahmen an. Kotzsch bevorzugte das nasse Kollodiumverfahren, bei dem die Platten vor der Aufnahme gegossen, nass belichtet und sofort entwickelt wurden. Bei Außenaufnahmen diente ein mitgeführter selbstgebauter zweirädriger Handwagen als Dunkelkammer. Zum Kopieren der Aufnahmen benutze er Albuminpapier, das nach dem Trocknen auf Karton aufgezogen und von Kotzsch mit einem ovalen Prägestempel versehen wurde. [[/p]] [[p]] In einer von ihm angelegten Werkliste fanden 550 Motive Aufnahme, die er selbst als künstlerisch wertvoll erachtete. Das waren vor allem Studienblätter, in denen er seinen freien Gestaltungswillen und seine eigene künstlerische Auffassung umsetzte. [[/p]] [[p]] Nach 1895 machte Kotzsch nur noch gelegentlich Aufnahmen von Haus und Familie. Das Haus war mit der Zeit baufällig geworden, er ließ es im Jahr 1905 abreißen und ein neues errichten (das jetzige Kotzsch-Haus). Im Alter von 74 Jahren starb August Kotzsch am 23.10.1910 und wurde auf dem Loschwitzer Friedhof beigesetzt. [[/p]]Literatur[[p]] [[ul]] [[li]]Ulrike Gauss: August Kotzsch 1836 - 1910. Pionier der deutschen Photographie, Pionnier de la photographie allemande, Pioneer of German photography, Ausstellungskatalog [Kupferstichkabinett Dresden, 30.8.1992-1.11.1992, Graphische Sammlung Staatsgalerie Stuttgart, 14.11.1992-10.1.1993], Stuttgart: Edition Cantz 1992. [[/li]] [[li]]Ernst Hirsch, Matthias Griebel, Volkmar Herre: August Kotzsch 1836-1910. Photograph in Loschwitz bei Dresden. Dresden: Verlag der Kunst 1986, 2. Auflage: August Kotzsch 1836 - 1910. Von den Anfängen der Photographie in Loschwitz bei Dresden, Dresden; Basel: Verlag der Kunst 1994. [[/li]] [[li]]Ernst Hirsch: August Kotzsch. Fotograf in Loschwitz bei Dresden. Bilder der Erinnerung. Buch, Regie und Kamera: Ernst Hirsch. VHS-Video, Farbe, 17 Minuten, 1989. [[/li]] [[li]]Ulrich Pohlmann und Johann Georg Prinz von Hohenzollern (HRSG.): Eine neue Kunst? Eine andere Natur! Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert. Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München vom 1. Mai - 18. Juli 2004. In Zusammenarbeit mit dem Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum. [[/li]] [[/ul]] [[/p]]Ausstellungen[[p]] [[ul]] [[li]]1982 Dresden, Albertinum (SKD): "Photographie in Dresden" (Gruppenausstellung). [[/li]] [[li]]1986Dresden, Leonhardi-Museum: "August Kotzsch - Photograph in Loschwitz". [[/li]] [[li]]1992/1993Dresden, Kupferstich-Kabinett (SKD), Stuttgart, Graphische Sammlung Staatsgalerie: "August Kotzsch 1836 - 1910. Pionier der deutschen Photographie". [[/li]] [[li]]2002Köln, Sabine Schmidt Galerie: "Photographien um 1870. August Kotzsch", 07.09.-19.10.2002. [[/li]] [[li]]2004Köln, Sabine Schmidt Galerie "44 in 10 - Ausstellungen 1994-2004", 11.09.-16.10.2004 (Gruppenausstellung). [[/li]] [[li]]2004/2005 Nice, Théâtre de la Photographie et de l'Image: "Carte blanche à Kicken Berlin", 20.09.2004-02.01.2005 (Gruppenausstellung). [[/li]] [[/ul]] [[/p]]

     
    Porträt
    Bewahrende Institution
    GND-Normdaten

    Urheber Metadaten: Deutsche Fotothek (Bidok) , Bildrechte: Deutsche Fotothek

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70070410

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