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    Graudenz, John

     

    Künstler-Datensatz 70048904

    * 1884.12.11 in Danzig, † 1942.12.22 in Berlin Letzte Erwähnung: 1942

    Tätig 1921/1922? in Berlin
    Tätig 1922-1924 in Moskau
    Tätig 1924-1928 in Berlin

    Fotograf, Kellner, Fremdenführer, Hotelier, Korrespondent, Bildagentur-Leiter

    Nachweisland: Deutschland, Russland
    Further information:

    Graudenz wird als Sohn eines Sattlermeisters geboren. Er hat 10 Geschwister. Mit 17 Jahren verläßt er sein Elternhaus und arbeitet als Kellner in verschiedenen deutschen Städten, später auch in England, Italien, Frankreich und der Schweiz. Dabei lernt er verschiedene Sprachen. 1908 kommt er nach Berlin, 1916 wird er Assistent des Berliner Korrespondenten der >United Press of America< (UP), kurz darauf übernimmt er die Leitung des Berliner UP-Büros. Während des rechtsradikalen Kapp-Putsches im März 1920 leitet er das Informationsbüro der vereinigten Putsch-Gegner in Berlin. Er wird Mitstreiter, möglicherweise sogar Gründungsmitglied der >Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands<, einer linken Abspaltung der KPD. 1921 ist Graudenz zum ersten Mal in der Sowjetunion. Im gleichen Jahr soll er seine eigene Pressebildagentur in Berlin eröffnet haben. Unklar ist, ob Graudenz die Firma selbst leitet, ob er sie von anderen führen läßt oder ob die Geschäfte eine Zeitlang ruhten. Von 1922-1924 leitet er das Büro der >United Press International< (UPI) in Moskau. 1924 kehrt er nach Berlin zurück und widmet sich ganz der Pressephotographie. Er baut seine Firma zu einer der aktivsten Bildagenturen um die Mitte der zwanziger Jahre aus. Im Sommer oder Herbst 1928 scheint Jonh Graudenz seine Bildagentur aufgegeben zu haben. Für kurze Zeit geht er zur >Hamburger Illustrierten Zeitung<, dann als Reporter zur >New York Times<. 1931 geht er als Vertreter für eine Magdeburger Zuckerfirma nach Irland, ab 1933 arbeitet er als Vertreter für die Automobilindustrie in Deutschland. Durch eine Bremsenfirma, die er vertritt, bekommt er Kontakt zum Reichsluftfahrtministerium. Dort lernt er den jungen Offizier Harro Schulze-Boysen kennen, durch ihn Arvid Harnack und andere Mitglieder der im Entstehen begriffenen Widerstandsgruppe >Rote Kapelle<. Graudenz wird durch seine vielfältigen Kontakte zur Rüstungsindustrie einer der wichtigsten Informationsbeschaffer. Andere Mitglieder der Widerstandsgruppe funken die Informationen verschlüsselt in die Sowjetunion. Im Herbst wird die Gruppe von der Gestapo entdeckt und im Schnellverfahren abgeurteilt. Ihre führenden Köpfe - darunter John Graudenz - werden am 22. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet.


    Literature:
    • Gleichschaltung der Bilder, 1983, 74-76

    Urheber Metadaten: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek (Sadzisz, Andrea)

    Permalink:

    http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/70048904

    Comments:

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