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Organisation Todt Norwegen 1940-1941

Ernst Ackermann

Der Geologe Ernst Ackermann (1906-2003) arbeitete von 1940 bis 1945 als Chefgeologe der Bauabteilung des Luftgaukommandos Norwegen des Deutschen Reichs für die paramilitärische Bautruppe Organisation Todt. Zu seinen Aufgaben in dem von der deutschen Wehrmacht besetzten skandinavischen Land gehörten Prognosen zur Schneeschmelze und die Bewertung der damit zusammenhängenden militärischen Nutzbarkeit norwegischer Flugplätze sowie Möglichkeiten für deren Ausbau. Auch untersuchte der Geologe die Beschaffenheit des Untergrunds an Orten, die sich für den Bau von Brücken, Kaianlagen, Flugzeughallen und Landepisten eigneten. Er eruierte Kieslagerstätten, die für die Herstellung von Beton benötigt wurden und erschloss Trinkwasserquellen für die Versorgung der in Norwegen stationierten deutschen Truppen. Außerdem begleitete Ackermann den Bau der Nordbahn in beratender Tätigkeit.

Die 421 Aufnahmen auf Kleinbildfilm der Serie „Organisation Todt“ entstanden in Norwegen in den Jahren 1940-1941. Da weder die Negativtaschen beschriftet sind, noch eine Liste mit Angaben zu den einzelnen Aufnahmen überliefert ist, konnte bislang keine Verortung in Norwegen erfolgen, abgesehen von drei in der Stadt Trondheim entstandenen Bildern.

Die Aufnahmen spiegeln im Wesentlichen Ackermanns berufliches Interesse wider. Der Bestand umfasst zahlreiche Luftaufnahmen von den Fjorden an der norwegischen Küste und aus dem Landesinneren. Ackermann fotografierte Schneegrenzen und den Verlauf von Gletscherzungen im norwegischen Gebirgsland. Er machte Nahaufnahmen von Bodenschichten und von potentiellen Kieslagerstätten. Seine Fotografien von Hafenanlagen, Brücken, Eisenbahnstrecken und Flugplätzen in Norwegen belegen zudem, dass er die Infrastruktur des skandinavischen Landes dokumentierte. Mit dem methodischen Wissen, das er sich während seiner Prospektorentätigkeit in Nordrhodesien von 1930 bis 1933 angeeignet hatte, konnte der Geologe kriegsrelevante Informationen über die vorhandene Infrastrukur und die geologischen Rahmenbedingungen in dem Land erheben. Ackermanns Aufnahmen verdeutlichen exemplarisch die Rolle deutscher Geologen bei der Besetzung des neutralen Norwegens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Literatur

  • Häusler, Hermann: Von der Wehrgeologie in Norwegen 1940-45 zum ‚Salzburger Kreis‘ der Geomechanik. In Berichte der Geologischen Bundesanstalt, Band 113, Wien 2015, S. 70.

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