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Nordrhodesien-Aufenthalt 1930-1933

Ernst Ackermann

Der Geologe Ernst Ackermann (1906-2003) arbeitete von 1930 bis 1933 als Prospektor für die Minengesellschaft Anglo American Corporation (AAC) und das britische Wirtschaftsunternehmen British South Africa Company (BSAC) im sogenannten Copperbelt, einem rohstoffreichen Gebiet in Sambia, dem damaligen britischen Protektorat Nordrhodesien.

Die Hinfahrt nach Sambia (Nordrhodesien) führte den Geologen im November 1930 auf einem Passagierdampfer über Madeira nach Kapstadt, von wo aus es auf dem Landweg weiterging. Zwischen 1931 und 1933 hielt sich der Geologe die meiste Zeit im sogenannten Copperbelt in der heutigen Zentralprovinz in Sambia (Nordrhodesien) auf, wo auch der größte Teil der Aufnahmen entstand. Weiterhin reiste er zwischen 1930 und 1931 in Botswana zu den Victoriafällen und in den sogenannten Tuli-Block. Vermutlich im Jahr 1933 flog er mit dem Flugzeug in verschiedene Gegenden des südlichen Afrika. Im November 1933 fuhr Ackermann mit einem Dampfer von Kapstadt nach London und kehrte von dort nach Deutschland zurück.

Die Aufnahmen des Nordrhodesien-Aufenthaltes dokumentieren den Arbeitsalltag und die Freizeitgestaltung der Prospektoren und ihrer lokalen Begleiter. Neben Bildern von der Hin- und Rückreise, touristischen Aufnahmen an den Victoriafällen, in Botswana (Betchuanaland) sowie Luftaufnahmen von Flugreisen, die Ackermann in verschiedene Gegenden des afrikanischen Kontinents unternahm, sind vor allem Vermessungsarbeiten, das Sammeln von Bodenproben und Alltagsszenen von den Exkursionen zur Vorerkundung des Prospektionsgebiets entstanden. Aus der Freizeit der Prospektoren gibt es Aufnahmen von Jagdstrecken, Szenen am abendlichen Feuer und das Hören von Musik mittels Grammophon. Darüber hinaus umfasst der Bestand Motive wie geologische Formationen, lokale Pflanzenwelt, Flussbetten, alte Kupferlagerstätten oder Landmarken wie etwa große Termitenhügel. Diese wissenschaftlichen Fotografien ergänzten die herkömmlichen Methoden für die geologische Vorerkundungen - Kartographierung und Landvermessung, die Entnahme von Boden- und Flusssedimentproben oder die Beobachtung von Bodenverfärbungen und Auffälligkeiten der Geländeform und des Pflanzenbewuchses. Ackermanns Aufnahmen aus dem Copperbelt sind Prospektionsgebieten zugeordnet, die in den jeweiligen Findbucheinträgen mit „Area 10“, „Area 23“, „Area 24“, „Area 33“, „Area 39“ und „Area C 1“ bezeichnet wurden. Die Fotografien sind somit historische Zeugnisse der Anfänge des Kupferbergbaus im nördlichen Sambia durch englische und südafrikanische Konzerne, durch deren Unternehmungen sich der Copperbelt zu einer der größten Industrieregionen des südlichen Afrika entwickelte.

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