font-awesome-load
material-design-icons-load

Japan

Bestände in der Deutschen Fotothek

Seit Japan sich in den 1850er Jahren dem Westen nach über 200 Jahren der Abgeschlossenheit von der übrigen Welt, wieder öffnete, faszinierte die japanische Kultur, die nun auf vielfältigen Wegen Verbreitung fand, unzählige Menschen.

Esskultur | Japonismus | Porträts | Rara | Alltagsleben | Architektur | Gartenkunst | Geographie | Kunsthandwerk | Skulpturen | Kunst | Ausstellungen | Japanisches Palais, Dresden | Alle Bilder der Kollektion anzeigen

Japanreisende brachten Fotografien von einer exotisch erscheinenden Welt mit nach Hause. Japanische Kunstgegenstände fluteten auf den europäischen Markt und begeisterten Sammler wie Künstler gleichermaßen. In der Kunst spricht man von Japonismus, wenn man die Übernahme und Umsetzung japanischer ästhetischer Prinzipien in die künstlerische Praxis meint. Asymmetrie oder eine sehr bewusst gewählte Ausschnitthaftigkeit, die dennoch das Teil für das Ganze stehen lässt, fanden Eingang in die europäische und die amerikanische Kunst. Man setzte das Prinzip der Raumentleerung ebenso um wie jenes der Reihung. Von großem Einfluss waren die Ukiyo-e mit ihren geschwungenen Linien und den dazu im Kontrast stehenden Leerflächen, ihrem schematisierten Aufbau und der zweidimensionalen Bildebene. Manche Künstler wie beispielsweise Franz Marc besaßen eine eigene Sammlung von japanischer Kunst.

Auch auf die Modewelt konnte – wenngleich etwas später- der Einfluss des faszinierenden japanischen Kimonos nicht ausbleiben. Ein Kleidungsstück, das bis in die Gegenwart hinein gleichermaßen inspiriert wie fasziniert.

Die Deutsche Fotothek verfügt über eine breite Palette an Japanfotografien verschiedenster Provenienz und Interessenlage. Besonders hinzuweisen wäre etwa auf die wunderbaren Reisefotografien von Oswald Lübeck und Martin Schwind.

Oswald Lübeck (1883-1935) war Bordfotograf auf Luxuslinern der HAPAG (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft) und besuchte auf zahlreichen Reisen um die ganze Welt 1913/1914 auch Japan. Hier fotografierte er neben der Reisegesellschaft, die er begleitetet, auch zahlreiche Bauten sowie Alltagsszenen in Kyoto, Nara, Tokyo, Nikko, Kamakura , Hakone und an anderen Orten.

Martin Schwind (1906-1991) war Geograph und Gymnasiallehrer, und ihn führte in den 1930er Jahren vorrangig sein geographisches Interesse nach Japan. Dies widerspiegeln auch jene Aufnahmen, die er, der als Fotograf vermutlich Amateur war, auf seinen Exkursionen durch das Land anfertigte. Doch entstanden neben Fotografien der Landschaft und der Geologie des Landes auch Aufnahmen von Land und Leuten.

Schließlich sei noch hingewiesen auf einen ebenso umfassenden wie hochkarätigen Bestand an Fotografien, die der japanischen Esskultur gewidmet sind und die der deutsche Fotograf Reinhart Wolf (1930-1988) angefertigt hat. Als großartig arrangierte Stillleben erschließen sie dem Betrachter den Zugang zu einer komplexen, an den Jahreszeiten und Regionen wie auch an speziellen Festen oder Orten orientierten Küche, in der zudem die Ästhetik einen extrem hohen Stellenwert hat.

Eine kleine Auswahl aus den genannten und daneben weiteren, kleineren Beständen an "Japanfotos" sei allen Freunden des Landes, sowie den an japanischer Kunst und Kultur Interessierten an dieser Stelle vorgestellt.

Anne Spitzer, Januar 2014

Litratur

  • Berger, Klaus Japonismus in der westlichen Malerei 1860-1920 München: Prestel-Verlag, 1980
  • Singer, Kurt Spiegel, Schwert und Edelstein. Strukturen des japanischen Lebens Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1991
  • Lévi-Strauss, Claude Die andere Seite des Mondes. Schriften über Japan Berlin: Suhrkamp Verlag, 2012
  • Mae, Michiko Scherer, Elisabeth Nippon Spiration. Japonismus und japanische Populärkultur im deutschsprachigen Raum Köln. Weimar. Wien: Böhlau Verlag, 2013