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Bolivienreisen Schmieder 1924-1925

Oskar Schmieder

Der Geograph Oskar Schmieder unternahm in den Jahren 1924 und 1925 zusammen mit einem ortskundigen Begleiter drei selbstfinanzierte Reisen durch Bolivien. Seine Fotografien von diesen Reisen spiegeln sein geologisches und humangeographisches Interesse wider. Sie zeigen die Graslandschaft in der Puna im bolivianischen Hochland, die ostbolivianischen Anden und die Tiefebene des Gran Chaco. Ein besonderes Augenmerk legte Schmieder auf archäologische Fundstätten der Inka. Andere Bilder zeigen das Alltagsleben Indigener, Stadtansichten und den Landsitz der Dona Mercedes de Campero. Da Schmieder während dieser Reisen einige Orte mehrmals besuchte und Bestand Oskar Schmieder zudem nicht chronologisch geordnet ist, lassen sich nicht alle Bilder einer bestimmten Reise zuordnen. Den größten Teil seiner Reisen legte der Geograph mit dem Maultier zurück, für längere Strecken während der An- und Abreise nutzte er das Automobil oder die Eisenbahn.

Die erste Reise im Juli 1924 führte Schmieder von der argentinisch-bolivianischen Grenzstadt La Quiaca durch das bolivianische Hochland der Puna in das Flusstal des Hochgebirgsflusses Rio San Ruan del Oro, das nur während der trockenen Wintermonate bereisbar ist. Entgegen seiner ursprünglichen Intention dem Flussverlauf bis zu seinem Zusammenfluss mit dem Rio Pilaya zu folgen, blieb der Geograph auf dem weitläufigen Anwesen der Dona Mercedes de Campero, von wo er das weit verzweigte Tal des Rio San Ruan del Oro erkundete und historische Ruinen in der Nähe des Landsitzes besuchte. Auf der Straße, die über den Wallfahrtsort Chaguaya (Tarija) führte, kehrte Schmieder nach La Quiaca zurück.

Seine zweite Reise unternahm der Geograph vom 1. Dezember 1924 bis Anfang Februar 1925. Von La Quiaca aus Richtung Osten durchquerte er erneut die Puna und überquerte die ostbolivianischen Anden bis zum Rand des Tieflandes des Gran Chaco. In der Stadt Villa Montes legte er beim deutschen Vizekonsul in Bolivien Karl Pflanz einen Zwischenaufenthalt ein. Von dort aus folgte er dem Rand des Gran Chaco nach Norden über die Missionsiedlung Machareti bis Boyuhibe, wo er nach Nord-Westen abbog, um die ostbolivianischen Anden erneut zu überqueren. Über Monteagudo und Padilla erreichte er Sucre, von wo er durch die Puna wieder nach Süden ritt. Über Potosi, Vittiche und Tupiza kehrte Schmieder schließlich zurück nach La Quiaca.

Die dritte Reise schloss im Februar 1925 unmittelbar an die zweite an. Von La Quiaca aus überquerte er die Bergkette Cordillera de Santa Victoria und passierte die Stadt Camacho, von wo aus er zu den Inkaruinen von Antigal und weiter über Tarija nach Norden ritt. Eigentlich wollte Schmieder in der Nähe des Rio Pilaya in Chuchipuchro geologische Untersuchungen unternehmen, aber aufgrund eines Unfalls mussten sein Begleiter und er eine Tagesreise vor diesem Ziel nach La Quiaca umkehren.

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Publikationen

  • Schmieder, Oskar: Deutsche Ackerbausiedlungen im südamerikanischen Grasland, Pampa und Gran Chaco. In: Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Deutschen Museums für Länderkunde, 6, Leipzig 1938.
  • Schmieder, Oscar: The East Bolivian Andes. South Of The Rio Grande Or Guapay. In: University Of California Publications In Geography, Vol. 2, No. 5, Berkeley 1926, S. 85-210.