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Erster Weltkrieg

2014 ist das Jahr, in dem sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100. Mal jährt, und dieses Ereignis wird in den Medien unter den vielfältigsten Aspekten analysiert und dokumentiert. Auch in der Deutschen Fotothek befinden sich rund tausend einschlägige Aufnahmen.

Den größten Raum nimmt im Archiv ein Motiv ein, dass sich in jedem Dorf und in jeder Stadt findet: Kriegerdenkmäler. Meist stehen sie mitten im Zentrum des örtlichen Lebens; ganz so, als könne man die gefallenen Söhne, Väter und Ehemänner teilhaben lassen an dem Leben, das ohne sie weiterging. Unvergessen sollten sie bleiben und wie viel eine Kommune an Mitteln aufbringen konnte, um dieses Anliegen in Stein meißeln zu lassen, zeigen die extrem unterschiedlichen Ausführungen mit nachhaltiger Deutlichkeit. Entstanden sind die zahlreichen Fotografien im Rahmen einer Aufnahmeaktion zum Zustand der Bau- und Kunstdenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR, die die Deutsche Fotothek in den frühen 1990er Jahren zusammen mit den Bildarchiv Foto Marburg durchführte.

Neben diesem größten Bestand ist eine Aufnahmeserie von der sogenannten Palästinafront erwähnenswert, die der Glauchauer Amateurfotograf Rudolf Kroll während des Palästinafeldzuges anfertigte, den er als Funker erlebte. Auch über eine Abschrift seines Tagebuches aus jener Zeit verfügt die Fotothek.

Seltenen Einblick in den Lebensalltag eines in der Türkei stationierten Stabsoffiziers zu jener Zeit geben Fotografien, die während der Dienstzeit des Tierarztes und Tieranatomen Hans Richter als Veterinärmajor bei der Deutschen Militärmission in Konstantinopel zwischen 1914 und 1918 entstanden sind. Hans Richter (1880-1946) war der Ehemann der bekannten Dresdener Tierbildhauerin Etha Richter (1883-1977). 1934 kehrte er in die Türkei zurück, wo er an der Universität Ankara bis 1940 ein Lehramt innehatte.

Bemerkenswert sind diese sehr persönlichen Dokumente jener Zeit: eine junge Mutter fotografierte für den ins Feld gezogenen Ehemann und Vater die 1914 geborene gemeinsame Tochter Friederike, um für den Abwesenden die rasche Entwicklung des ersten Lebensjahres zu dokumentieren. Doch eine Rückkehr in den normalen Familienalltag gab es nie. Der Vater fiel noch vor dem Jahr 1916.

Anne Spitzer, Februar 2014