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Ausstellungen

Aus den Archiven I

1945 – Köln und Dresden. Fotografien von Hermann Claasen und Richard Peter sen.

In Kooperation mit dem LVR-LandesMuseum Bonn und der Stiftung F.C. Gundlach Hamburg im Rahmen des Archivs der Fotografen

Zwei Fotobücher prägen bis heute unsere Wahrnehmung der zerstörten deutschen Städte des zweiten Weltkriegs: Hermann Claasens (1899-1987) "Gesang im Feuerofen" von 1947 zeigt das zerstörte Köln; Richard Peters (1895-1977) Buch "Dresden, eine Kamera klagt an", 1950 erstmals erschienen, war mit seinen zahlreichen Neuauflagen das erfolgreichste Fotobuch der DDR.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die beiden Bücher zugrunde liegenden Vintageprints, sondern rekonstruiert auch die Entstehungsgeschichte beider Bücher und stellt sie vor allem in den historischen Kontext der Erstpublikation: So wird deutlich, dass sich beide Bücher von jeweils ganz unterschiedlicher Perspektive mit dem Schrecken des zweiten Weltkriegs auseinander setzen: Hermann Claasens Buch, das fast ausschließlich Trümmern von Kölner Kirchen zeigt, aus katholisch-rheinischer Sicht, während Richard Peters Buch ganz im Sinne der Politik des kalten Krieges zwar auch Hitlerdeutschland anklagte, aber auch implizit den "angloamerikanischen Imperialismus".

Möglich wird eine solche historische Hinterfragung beider Bücher durch die Ausstellungspartner: Alle drei Institutionen verfügen nicht nur über bedeuten Fotosammlungen, sondern bewahren auch umfangreiches Archivmaterial zu den jeweiligen Fotografen als Grundlage einer vertiefenden Erfoschung auf.

Die Ausstellung begründet eine jährliche Ausstellungsreihe der Kooperationspartner aus den jeweiligen Archivbeständen.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation in Form einer Archivbox in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen. 50 Vorzugsexemplare enthalten zusätzlich zwei Handabzüge von Originalnegativen beider Fotografen.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW

LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn, 19. März bis 7. Juni 2015
Weitere Stationen: Stadtmuseum Dresden, 4. Juli bis 27. September 2015.

Fernsehen, Rundfunk und Presse:

Christian Borchert - Familienporträts

In Kooperation mit dem Einstein-Forum, Potsdam im Rahmen des Archivs der Fotografen

"Oszillierend zwischen zeithistorischem Dokument, sozialhistorischer Bildquelle und eigenständiger künstlerischer Aussage geben die Bilder intime Einblicke in die Privatsphäre ostdeutscher Familien aus unterschiedlichen sozialen Milieus vor und nach der politischen Wende. Zudem deuten sie an, welche soziale Vielfalt und Ungleichheit es in der DDR gab."

(Agneta Jilek, H-Soz-u-Kult, 21. Juli 2014)

Einstein-Forum, Am Neuen Markt 7, 14467 Potsdam, 16. April bis 15. Juli 2015
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 16. April 2015, 19 Uhr.

Das Auge des Arbeiters - Erinnerungsfotografie und Bildpropaganda um 1930

Als die ersten Fotografen im 19. Jahrhundert Bilder "mit Licht malten", ahnten sie nicht, dass sie damit am Anfang eines Weges standen, der in die Allgegenwart digitaler Bilder in heutiger Zeit einmünden sollte. Die "Demokratisierung" der Bildproduktion begann im Ersten Weltkrieg, als preiswerte Kameras das Fotografieren erschwinglich werden ließen. Die illustrierte Massenpresse und der Film bildeten die industrialisierten Gegenstücke zu dieser Privatisierung des Blicks. In der Medienmoderne des beginnenden 20. Jahrhunderts entstanden nun erstmals auch Bilder von Arbeitern über Arbeiter: Amateurfotografien, die das eigene Bild vom Alltag in den Familien und Fabriken vermittelten, vom Kampf auf den Straßen und von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft berichteten. Motivwahl, Komposition und Montage wurden von diesen Arbeiterfotografien auf spezifische Art und Weise genutzt. In der Ausstellung werden ihre Aufnahmen aus Sammlungen in Sachsen in Beziehung zu anderen Objekten, Bildern und Symbolen aus dem Arbeitermilieu gesetzt. Hierin wird das Vordringen der Arbeiterschaft in den öffentlichen Raum sichtbar – einem Bereich, in dem sie als Minderprivilegierte bis dahin kaum vertreten gewesen waren.

Die Deutsche Fotothek ist in der Ausstellung mit zahlreichen Aufnahmen von Kurt Beck, Hans Bresler, Kurt Burghardt, Erich Meinhold, Richard Peter sen. und Kurt Winkler vertreten.

Im Rahmen dieser Ausstellung wird im Stadtmuseum Dresden am 27./28. März 2015 die Tagung "Arbeiter | Kultur | Geschichte. Arbeiterfotografie der Weimarer Republik im Museum" durchgeführt. Kooperationspartner, Programm und Anmeldung unter www.isgv.de/arbeiterfotografie/.

Stadtmuseum Dresden, 21. März bis 12. Juli 2015
Frühere Stationen: Kunstsammlungen Zwickau, Max-Pechstein-Museum (23. Mai bis 3. August 2014) und Köln, Käthe-Kollwitz Museum (15. August bis 12. Oktober 2014).

Die Deutsche Fotothek präsentiert

Das Archiv der Fotografen

Die bedeutendste Aufgabe der Deutschen Fotothek besteht in der Erhaltung und Aktivierung fotografischer Werke und Nachlässe. Gemeinsam mit der Stiftung F.C. Gundlach und weiteren Partnern stellt sich die Deutsche Fotothek dieser Herausforderung. Die Deutsche Fotothek sammelt, erschließt und publiziert Fotografenarchive oder vermittelt diese in Kooperationen mit einem Netzwerk fotografischer Institutionen an geeignete Standorte.

Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch ausgewählte Fotografenarchive aus der Sammlung der Deutschen Fotothek, u.a. Lala Aufsberg, E.A. Donadini, Konrad Helbig, Paul W. John, Roger Rössing, Wolfgang G. Schröter, Else Seifert, Gerhard Weber und Reinhart Wolf.

SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, Dauerausstellung

"Wahnhaftes Erfinden": Die technischen Visionen des Karl Hans Janke

Hochfliegende Raumfahrt-, Atom- und Automatisierungsvisionen revitalisierten seit den 1950er Jahren die Popularisierung von Zukunftstechnik. Selbst die Psychiatrische Landesanstalt Hubertusburg blieb von diesen Zeitströmungen nicht unberührt: Karl Hans Janke (1909–1988) entwarf in den fast vier Jahrzehnten, die er in Wermsdorf wegen "chronisch paranoider Schizophrenie" verbrachte, tausende Fahr- und Flugzeuge, Raumschiffe und Triebwerke, Energiekonzepte und elektrische Geräte. Der begabte Zeichner und Konstrukteur bastelte zahlreiche Modelle und arbeitete an einer alternativen Entwicklungsgeschichte des Menschen, die er in seine Kosmologie einbettete. Dazu hielt er Vorträge und korrespondierte mit Betrieben und staatlichen Stellen.

In ihrem Janke-Archiv verwahrt die Deutsche Fotothek etwa 3500 Digitalisate der Janke-Zeichnungen. Aus diesem Fundus wurde in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der TU Dresden eine Ausstellung erarbeitet, in der weniger nach der Umsetzbarkeit technischer Ideen gefragt wird, sondern vielmehr auf die zahlreichen Anregungen hingewiesen wird, die Janke aus seinem Dialog mit einer Gesellschaft bezog, die ihn ausschloss.

SLUB Dresden, Bereichsbibliothek DrePunct, Zellescher Weg 17, 01069 Dresden
Ausstellung vom 18. November 2014 bis Oktober 2015
Montag bis Samstag 09:00 bis 20:00 Uhr

Frühere Ausstellungen

Begegnungen - Ein Journalistenleben

Jubiläumsausstellung anlässlich des 90. Geburtstages des Fotografen Gustav Hildedbrand

Wort und Bild aus einer Hand - so porträtierte der Bildjournalist Gustav Hildebrand, dessen fotografischer Vorlass sich in der Deutschen Fotothek befindet, unzählige Zeitgenossen seit den 50er Jahren des letztes Jahrhunderts, als er seine Karriere als Bildjournalist begann. "Wort und Bild zu einer Einheit zu gestalten, mit dem Bild das zu erhellen, was mit Sprache allein nicht auszudrücken ist, das gibt den Reportagen Hildebrands die unverwechselbare Note", ist im Klappentext des Bildbandes "Begegnungen - Fotografiert und Notiert von Gustav HIldebrand", erschienen 1994 im CoCon Verlag Hanau, zu lesen. Karl Lagerfeld, Elisabeth Flickenschild, Christel Sembach-Krone, Marlies Möller und Sarah Kirsch sind nur einige der Persönlichkeiten, die in Bild und Wort porträtiert wurden.

In der Ausstellung gezeigt werden großformatige schwarz-weiß Fotografien, die als Bildberichte für die Auslandszeitschrift "Scala International" in den 60er bis 80er Jahren angefertigt wurden.

Synagoge Schlüchtern, 17. April bis 15. Mai 2015.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 17. April 2015, 18:00.

"Von meinem Vater habe ich sehen gelernt!"

Fotografien aus der Nachkriegsgeschichte unserer Stadt von Fritz und Klaus Eschen

In Kooperation mit der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin im Rahmen des Archivs der Fotografen

Fritz Eschen (1900 - 1964) und Klaus Eschen (*1939), Vater und Sohn, haben mit ihren Fotografien Berliner Stadtgeschichte geschrieben. Beide waren Flaneure, sie durchwanderten die sich alltäglich verändernde Stadt, in der sie zu Hause waren und die sie liebten. Mit ihrer Kamera wurden sie zu bewunderten Chronisten Berlins.
Der Sohn sagt von seinem Vater, er war für mich der beste Fotograf der Welt. Fritz Eschen begann in der Weimarer Republik als Pressefotograf. Seine Bildreportagen wurden berühmt. Als Jude durfte er ab 1938 nicht einmal mehr eine Kamera besitzen. Er wurde zur Zwangsarbeit eingesetzt. Viele Mitglieder seiner Familie wurden ermordet. Nach der Befreiung Deutschlands 1945 griff er sofort wieder zur Kamera und beschrieb das Überleben im zerstörten Berlin. Seine Fotografien der Jahre 1945 bis 1955 sind in dem Bildband "Berlin unterm Notdach" dokumentiert (Lehmstedt Verlag, Leipzig, Zweite Auflage, 2013).
Klaus Eschen, Jurist, wurde bekannt als Mitgründer des "Sozialistischen Anwaltkollektivs" 1969. Diesem Zusammenschluss Berliner Rechtsanwälte ging es in den 1970er Jahren darum, "die Grundsätze des Rechtsstaats in den juristischen Alltag zu holen". Die Fotografien von Klaus Eschen entstanden neben seinem beruflichen Engagement als Anwalt und Berliner Verfassungsrichter. In ihrer Nüchternheit, ihrer Spontaneität und ihrer Genauigkeit folgen sie der künstlerischen Ausstrahlung der Bilder seines Vaters. Beide geben in schwarz/weiß ein Bild der Geschichte Berlins, das uns bewegt.
Peter von Becker schreibt im Tagesspiegel (30. April 2011): "Klaus Eschen ist Jurist, ein Anwalt der deutschen Zeitgeschichte, dazu ein Fotograf - von Kindesaugen an. Denn sein Vater Fritz Eschen war bis 1933 einer der besten Fotoreporter Berlins, wurde von den Nazis verfolgt, überlebte und hatte wieder Erfolg".

Galerie im Kurt-Schumacher-Haus, Berlin-Mitte, Müllerstraße 163, U- und S-Bhf. Wedding, 11. März bis 10. April 2015.
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 11. März 2015, 19:30.

Christian Borchert – Familienporträts 1974-1994

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der bekannten Familienporträts des Fotografen Christian Borchert (1942 – 2000) aus der Deutschen Fotothek. Er fotografierte seine ersten "Familienbilder" in den 70er Jahren. Später, 1982 – 1985, entstand nach einem wohlüberlegten Konzept eine umfangreiche Serie, in der er mehr als 130 Familien in verschiedenen Regionen der DDR, aus unterschiedlichen sozialen Milieus und Berufen in ihrem heimischen Umfeld porträtierte. Diese Blicke in die Wohnzimmer, in die Privatsphäre ostdeutscher Familien, offenbaren, wie die Menschen aussahen, wie zuversichtlich, entschlossen, heiter oder verbittert sie waren, welche Kleidung sie trugen, was ihnen wichtig war, was sie trennte und verband. Zehn Jahre danach besuchte Borchert viele Familien ein zweites Mal und fotografierte sie – nach dem Untergang der DDR und dem beginnenden Wandel – erneut. So eröffnet die Gesamtschau von Borcherts Familienporträts dem Betrachter das Panorama einer vergangenen Zeit. Die Fotografien sind, wie es Borchert absichtsvoll wollte, Dokumente seiner fotografischen Annäherung an die Wirklichkeit ohne Übertreibung und Effekte. Sie sind zugleich, nachdem Jahrzehnte ins Land gingen, einzigartige Zeugnisse der Geschichte.

In der EINEARTGALERIE sind in diesem Herbst, da sich der Fall der Mauer zum 25. Mal jährt, 38 Bilder zu sehen: erste Familienporträts der 70er Jahre, Fotografien der konzeptionellen Serie der 80er Jahre und Bildpaare mit einer Gegenüberstellung von Aufnahmen aus den 80er und 90er Jahren. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Fotografie Rangsdorf e.V. mit der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und dem Lehmstedt Verlag Leipzig. Zur Eröffnung spricht der Berliner Schriftsteller Richard Pietraß. Musik: Gunther Krex, Solo Bass.
Der 2014 im Lehmstedt Verlag Leipzig erschienene Bildband mit Familienporträts von Christian Borchert liegt in der Ausstellung vor.

EINEARTGALERIE , Seebadallee 50, 15834 Rangsdorf
Eröffnung am Sonntag, 26. Oktober 2014, 16 Uhr (Einladung)
Ausstellung vom 26. Oktober bis 21. Dezember 2014 (Plakat)
Mi – Fr + So 14 – 18 Uhr

Der Kurfürstendamm Dresdens. Die Prager Straße in Fotografien 1871 bis 2013

Die von Katrin Nitzschke und Perk Loesch kuratierte Ausstellung präsentiert Fotografien der Prager Straße aus 142 Jahren – ein Spiegelbild deutscher Geschichte.

Die Prager Straße ist für Dresdner Verhältnisse relativ jung. Sie entstand als Anbindung der Stadt an den Eisenbahnverkehr binnen weniger Jahre und entwickelte sich zur Prachtmeile Dresdens.

Am 13. Februar 1945 endete abrupt die Exklusivität. Die Straße brannte im Bombenhagel völlig aus. 20 Jahre lang war sie Brachland, denn die Stadt entschloss sich, die „Prager“ komplett zu enttrümmern, obwohl viele Gebäude hätten rekonstruiert werden können – eine Entscheidung, die leider nicht einmalig in Dresden war.

Erst 1965 wurde der Neuaufbau in Angriff genommen. Es entstand eine großzügig gestaltete Fußgängerzone, die aber nie fertig gebaut wurde.

Im Oktober 1989 wurde die Prager Straße zum Ort deutscher Geschichte. Ausreisewillige DDR-Bürger, die in der Prager Botschaft Zuflucht gefunden hatten, reisten über Dresden in die Bundesrepublik aus. Viele Dresdner strebten zum Hauptbahnhof und wurden von Polizei und Armee mit brutaler Gewalt auseinander getrieben. Der »Gruppe der 20« gelang es, mit der Polizei und später mit dem Dresdner Oberbürgermeister Berghofer zu verhandeln und ein gewaltfreies Ende der Auseinandersetzungen zu erreichen.

Buchmuseum der SLUB Dresden, 26. Juni bis 29. September 2014, täglich 10 bis 18 Uhr

SportBilder. Fotografien der Bewegung

Die Ausstellung bietet einen Überblick über mehr als 100 Jahre Sportfotografie und ihre Ästhetik. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Kraft und Geschwindigkeit, sondern auch um Grazie und Harmonie menschlicher Bewegungsabläufe. Darüber hinaus vermögen die Fotografien auch die gesellschaftspolitischen und kulturellen Dimensionen von Sport zu visualisieren.

Eine Ausstellung der UNIVERSITÄTSSAMMLUNGEN.KUNST+TECHNIK der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek

ALTANAGalerie Dresden, 12. Mai bis 12. Juli 2014, Vernissage: Freitag, 9. Mai 2014, 19 Uhr

Inger Sørensen - Eine Dänin sieht Dresden

Fotografien 1967-2012

Als Fotografin ist Inger Sørensen eine Autodidaktin. Sie fotografierte bei ihrem ersten Dresden-Besuch 1967 die noch in weiten Teilen zerstörte Stadt und ist seither in immer engeren Intervallen zurückgekehrt, um vor allem die Baufortschritte zu verfolgen. Mehr als 6000 Aufnahmen sind so im Laufe der Jahre entstanden, eine Auswahl hat sie der Deutschen Fotothek überlassen.

SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, 25. April bis 9. September 2012

Sammlung Deutsche Fotothek II

Anlässlich der Neuerscheinung zweier Bildbände in der Reihe "Sammlung Deutsche Fotothek" zeigt die SLUB eine weitere Doppelausstellung.


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, 15. Dezember 2011 - 8. April 2012

Christian Borchert: Fotografien von 1960 bis 1997

Der erste Teil der Ausstellung ist Christian Borchert gewidmet. Der Fotograf hat eine höchst eindrucksvolle Chronik ostdeutscher Lebenswirklichkeit hinterlassen. Unprätentiös und exakt dokumentieren seine Fotografien den Alltag in der DDR und in der Wendezeit, vor allem in Dresden und Berlin. Im Mittelpunkt der Bilder steht der Mensch –sei es als Persönlichkeit, in alltäglichen Situationen oder in den Spuren, die er im Raum hinterlässt. Die Aufnahmen Borcherts zeugen dabei von einem besonderen Sinn für die Geschichtlichkeit des unabwendbar vergehenden Moments. Andere , das war sein Ziel, sollten sich später oder an fremden Orten "eine Vorstellung machen können von Situationen und Verhältnissen" (Christian Borchert, 1996).

Oswald Lübeck: Bord- und Reisefotografien 1909 - 1914

Der zweite Teil zeigt Fotografien von Oswald Lübeck. Lübeck reiste von 1904 bis 1914 als Bordfotograf auf den Luxusdampfern der Hapag um die Welt. Seine auf Linien- und Vergnügungsfahrten entstandenen Aufnahmen zeigen das gesellschaftliche Leben der Oberschicht an Bord. Mit seiner Kamera begleitete er die betuchten Reisenden zur mediterranen Wiege abendländischer Kultur, ging mit ihnen auf Nordlandfahrt und entdeckte mit ihnen die exotisch anmutenden Kulturen Indiens, Chinas, Südostasiens, beider Amerikas und der Karibik. Lübecks sorgfältig arrangierte Reisefotografien zeugen von fernen Welten, von fremdartigen Lebensbedingungen und beeindruckenden Naturlandschaften, spiegeln jedoch ebenso das koloniale Selbstverständnis einer mit dem Ersten Weltkrieg untergegangenen Epoche.

Fritz Eschen. Berlin unterm Notdach

Fotografien 1945 bis 1955 aus der Deutschen Fotothek.

Kapitulation, Stunde Null, Berlin in Trümmern. Der Tiergarten abgeholzt, die Gedächniskirche zerbombt, das Nicolai Viertel eine Ruinenlandschaft, der Lehrter Bahnhof voller Flüchtlinge – und langsam hält der Alltag Einzug in das Leben der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Neuanfang ist geprägt von Arbeitslosigkeit und sozialem Elend, Handel und Schwarzmarkt, Besatzern und Besiegten. Fritz Eschen erkundet das Leben und Überleben im zerstörten Berlin seit 1945 und lässt keinen Bereich des öffentlichen Lebens aus. Seine Fotografien sind wichtige zeithistorische Dokumente frei von jeglichem Pathos und Dogmatismus und eben aufgrund ihrer unspektakulären Motive einzigartig.

c/o Berlin - International Forum For Visual Dialogues, 7. Mai bis 19. Juni 2011

Impressionen von der Ausstellungseröffnung am 6. Mai 2011.

Sammlung Deutsche Fotothek I

Zur Einführung der Buchreihe "Sammlung Deutsche Fotothek" werden zwei Ausstellungen präsentiert


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, 16. November 2010 bis 2. April 2011, - verlängert bis Juni 2011

Ermenegildo Antonio Donadini - Fotografie im königlichen Dresden 1881-1914

Der Historienmaler, Zeichenlehrer der Königin, Restaurator und Amateurfotograf Ermenegildo Antonio Donadini (1847-1936) hatte einen genauen Blick für Neues und Veränderungen im königlichen Dresden. Die Fotografien in der Ausstellung zeigen zahlreiche, oft noch im Bau befindliche Brücken, Denkmäler und Gebäude, aber auch im Abbruch begriffene historische Bausubstanz, die großzügigen Verkehrsachsen oder repräsentativen Neubauten weichen musste.

Eugen Nosko. Industriefotografie 1972-1983

Die brillanten, der Ästhetik der Moderne verpflichteten Industriefotografien Eugen Noskos lassen die einst streng abgeschirmten Produktionsanlagen der 70er und frühen 80er Jahre ungewohnt farbig erscheinen. Die ausgestellten Aufnahmen dokumentieren technische Anlagen und technologische Prozesse in zahlreichen Betrieben, die - wenn am Markt überhaupt noch vertreten – mit ihren Arbeitsplätzen und Maschinenparks so heute kaum noch vorzufinden sind.

"Sich ein Bild machen"

Medium Fotografie, gestern – heute – morgen

Unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler werden mehr als 100 fotografische Blätter aus einem reichlichen Jahrhundert Fotografiegeschichte gezeigt. Beginnend mit Aufnahmen von Ermenegildo Antonio Donadini aus der Deutschen Fotothek, über wiederentdeckte Aufnahmen eines Colditzer Amateurfotografen aus den 20er und 30er Jahren, über klassische und moderne Arbeiterfotografie bis hin zu jüngsten Aufnahmen von Gerhard Weber entfaltet sich ein breites Spektrum Sächischer Fotografie.


Ausstellung des Sächsischen Fotoverbandes e.V. im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtages, 16. März bis 11. April 2011,

Bilder machen

Fotografie als Praxis

Die Ausstellung Bilder machen führt Fotografie als vielgestaltige kulturelle Praxis vor Augen. Dabei werden sowohl Prozesse der Bilderzeugung wie auch Formen des Bildgebrauchs in den Blick genommen. Fotografie wird damit nicht allein als künstlerische Ausdrucksform, sondern vor allem auch als flexibles und pragmatisches Medium erfahrbar.

Nahezu alle Exponate stammen aus der Deutschen Fotothek, deren Bestände insgesamt mehr als 3.000.000 Aufnahmen umfassen. Auch wenn die Ausstellung nur einen verschwindend geringen Bruchteil dieser Bildermasse sichtbar werden lässt, soll doch der umfassende und welthaltige Charakter dieses faszinierenden Bildarchivs in der Präsentation anschaulich werden. Gezeigt werden u.a. Aufnahmen von Karl Blossfeldt, Christian Borchert, Hugo Erfurth, Fritz Eschen, Oswald Lübeck, Eugen Nosko, Richard Peter sen., Evelyn Richter sowie Roger und Renate Rössing.

Die in der Fotothek verwahrten Nachlässe bieten die Chance, immer wieder auch einen Blick in die "Werkstatt" der Fotografen zu erhaschen – anhand von Kontaktbögen, Probestreifen und alternativen Bildversionen, die von den Bildautoren eigentlich nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren. Neben den Fotos an der Wand werden zudem auch Bücher, Zeitschriften, Broschüren, Werbemappen, Postkarten und Alben als Bildträger gezeigt.

Da die Fotothek in erster Linie Negative sammelt, wurden zahlreiche Abzüge extra für diese Schau angefertigt. Das "Bilder machen" bezieht sich also auch auf die Ausstellung selbst, die dafür sensibilisieren möchte, dass das fotografische Negativ ein Bildspeicher ist, der sich in immer neuen und anderen – analogen oder auch virtuellen – Medien verkörpern kann.


Eine Ausstellung der UNIVERSITÄTSSAMMLUNGEN.KUNST+TECHNIK der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek

ALTANAGalerie Dresden, 24. April bis 17. Juli 2010

Die Ausstellung wird von einer öffentlichen interdisziplinären Ringvorlesung begleitet (Programm-Flyer). Zudem ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.

Impressionen von der Ausstellungseröffnung am 23. April 2010.

Christian Borchert. Mauerbilder

2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal.
Eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Christian Borchert erinnert an das Bauwerk, das als "antifaschistischer Schutzwall" am 13. August 1961 errichtet wurde und einst auf einer Länge von 165 Kilometern West-Berlin von Ost-Berlin und dem Brandenburger Umland trennte.

Der in Dresden geborene und viele Jahre in Berlin tätige Fotograf Christian Borchert (1942–2000) war ein Chronist seiner Zeit, dessen Alltagsbeobachtungen und thematische Bildzyklen heute zu unersetzlichen Zeitdokumenten geworden sind. In Berlin bisher weitgehend unbekannt ist seine Werkgruppe zur "Berliner Mauer".

Die zwischen 1963 und 1990 entstandenen Fotografien dokumentieren die Existenz und das Ende des Bauwerkes, das als DAS Symbol für die deutsche Teilung stand und dessen Fall das Ende des Kalten Krieges und die wiedererlangte politische Freiheit bedeuteten. Mit einem sehr persönlichen Blick beschreibt Borchert in diesen Schwarz-Weiß-Fotografien fast 30 Jahre deutsche Geschichte. Es ist die Konzentration auf kleine Details, auf unaufgeregt wie skurril erscheinende Situationen aus dem Umfeld der Berliner Mauer, die den besonderen Reiz der Bilder ausmachen. Ohne Effekthascherei geben sie die Tristesse an dieser innerdeutschen Grenze wider. Der Blick auf Borcherts Fotografien ist heute auch von der Emotionalität der Ereignisse um die Friedliche Revolution 1989/90 geprägt.


Goethe-Institut Dresden, 6. November 2009 bis 6. Februar 2010,
ab 2. Mai 2011 in modifizierter Form in der Sächsischen Landesvertretung Berlin

Die Sächsische Schweiz in Fotografien von Walter Hahn

Walter Hahn (1889-1969) hatte seit seiner Jugend zwei Hobbys: Klettern und Fotografieren. Bei seinen zahllosen Wanderungen und Kletterpartien in der Sächsischen Schweiz konnte er beides aufs Schönste miteinander verbinden. Auch als anerkannter Berufsfotograf blieb er dem Klettersport treu. Im Laufe von drei Jahrzehnten entstanden etwa 2.000 Aufnahmen aus der Sächsischen Schweiz, die einerseits die Schönheit der Landschaft und ihrer Städte und Dörfer im Bild festhalten, andererseits aber auch zahlreiche Erst- und Frühbegehungen der bizarren Felsen des Elbsandsteingebirges dokumentieren.

Pirna, 11. Juni bis 4. Oktober 2009, verlängert bis 25. Oktober 2009

Parallelausstellung:

SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, 06. April bis 30. September 2009

Akt-Pleinair Höfgen 1979|2009

30 Jahre danach. Fotografien von Eva Mahn, Roger Rössing, Günter Rössler und Volkhard Wilhelm.
Retrospektive und Symposium in der Denkmalschiede Höfgen, 29. August bis 27. September 2009, verlängert bis 29. November 2009

Anläßlich der Ausstellung hat die Denkmalschmiede Höfgen gGmbH unter Verwendung von Negativen von Renate und Roger Rössing aus der Deutschen Fotothek einen Film erstellt.

Zwischen Schankwirtschaft und Ballsaal

Bilder aus dem Verlag A. & R. Adam

Besonders begehrt waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Postkartenmotive mit Innen- und Außenaufnahmen von Restaurants, Schankwirtschaften und Ballhäusern. Präsentiert werden 68 großformatige Bilder aus der reichen sächsischen Gastronomielandschaft, insbesondere aus Dresden und Umgebung.


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal, 15. Januar bis 30. Juni 2008

In 150 Bildern um die Welt

Aufnahmen des Bordfotografen der Hapag-Lloyd, Oswald Lübeck (1883-1935) aus der Deutschen Fotothek

Von 1904-1914 bereiste Oswald Lübeck im Dienst der Hapag-Lloyd „fernste Länder“ und fremde Regionen. An Bord der Luxusdampfer dokumentierte der Berufsfotograf die Weltreisen, Nordland- und Mittelamerikafahrten der berühmten Großreederei.

Seine Aufnahmen zeigen das mondäne Interieur der Luxusdampfer und das herrschaftliche Leben der Oberschicht an Bord. Gleichzeitig geben seine Bilder den neugierig-naiven Blick eines Fotografen preis, der exotische Landschaften, Menschen und Kulturdenkmäler selbst entdeckt.

Die Exponate aus der Sammlung der Deutschen Fotothek spannen den Bogen von der Bord- und Hochseefotografie bis hin zur Porträt-, Stadt- und Landschaftsfotografie. In ihnen spiegelt sich auf ebenso eindrucksvolle wie zwiespältige Weise die visuelle, räumliche und technische Erkundung der Welt sowie der imperiale Expansionsdrang der Industrieländer in der Kolonialzeit. Gezeigt werden 150 faszinierende zeithistorische Dokumente der frühen Reisefotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal und Deutsche Fotothek, 14. April bis 30. Juni 2007

in veränderter Form:

Mit der Kamera um die Welt. Oswald Lübeck - ein Bordfotograf aus Kospa

Stadtmuseum Eilenburg, 16. Mai bis 30. August 2009

Trümmer, Träume, Alltag

Mit der Ausstellung zeigt die Deutsche Fotothek erstmals ihr größtes Einzelarchiv.

Der Nachlass des "Dresdner Bilderdienstes" der Fotografen Erich Höhne und Erich Pohl umfasst rund 363.000 Fotografien, entstanden zwischen 1945 und 1990. Pars pro toto spiegelt sich in den Aufnahmen das politische und gesellschaftliche Leben von der Nachkriegszeit über die Staatsgründung der DDR bis hin zum Fall der Mauer wider.


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal und Deutsche Fotothek, 1. August bis 11. November 2006

Bücher und ihre Leser

In Begleitung des 95. Deutschen Bibliothekartages, der vom 21. bis 24. März 2006 in Dresden stattfindet, präsentiert die Deutsche Fotothek eine Foto-Ausstellung aus ihren Beständen.

Fotografien zum Thema "Bücher und ihre Leser" ausgerechnet in einer Bibliothek zu präsentieren, mag den Verdacht aufkommen lassen, "Eulen nach Athen" tragen zu wollen - denn Bücher und ihre Leser sind in diesem Hause allgegenwärtig, wohin man auch schaut...


SLUB Dresden, Galerie am Lesesaal und Deutsche Fotothek, 15. Februar bis 11. April 2006

Die Frauenkirche

30 historische Aufnahmen aus der Fotothek

Aus Anlaß des 60. Jahrestages der Zerstörung Dresdens und gleichzeitig im Jahr der Fertigstellung des Wiederaufbaus der Frauenkirche präsentiert die Deutsche Fotothek, unterstützt von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB e.V., dreißig Aufnahmen der Frauenkirche aus ihrem umfangreichen Bestand.


Villa Eschebach, Dresden, 3. bis 26. August 2005
und weitere Stationen

Dresdner Elbe-Ansichten

Ein Jahr nach der 'Jahrhundert-Flut' gehören Flößerei, Elbebäder und Schiffbau ebenso zu den Themen wie Schifffahrt, Niedrigwasser, Häfen, Luftfahrt und Brücken.

SLUB Dresden, Buchmuseum, 21. August 2003 bis 9. Februar 2004

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Etha Richter

Eine Dresdner Bildhauerin im 20. Jahrhundert

Im Œuvre von Etha Richter (1883-1977), der als Frau ein Studium an der Kunstakademie verwehrt wurde, dominierte das Thema Tier, und hier fand sie Ausdrucksformen für alle Daseinsweisen zwischen Aufwachsen und Alter, Ruhe und Kampf, Schönheit und Verfall.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Werk dieser Künstlerin, deren Nachlaß sich größtenteils in der SLUB befindet.

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