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Atelier "Arno Kersten Sohn Nachfahren"

Der Nachlass des Fotoateliers "Arno Kersten Sohn Nachfahren", das von 1867-1938 in Altenburg bestand, ist von besonderer historischer Bedeutung. Sie beruht auf der beinahe vollständig geschlossenen Überlieferung des Negativbestandes zusammen mit den Geschäftsunterlagen sowie Fotoapparaten und wesentlichen Teilen der Atelierausstattung wie Möbeln und Hintergründen. So ermöglichen die Auftragsbücher beispielsweise die Identifizierung der portraitierten Personen. Neben Portraitfotografien entstanden auch Aufnahmen wichtiger Ereignisse in Altenburg, wie anlässlich des Besuchs Kaiser Wilhelm II. 1909, und Bilder die das Stadtbild, das Alltagsleben und die Architektur der ehemaligen Residenzstadt dokumentieren. Insgesamt beinhaltet der Nachlass eine Chronik von Stadt und Umland in Fotografien von 1870 bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. In Deutschland sind nur sehr wenige Nachlässe von Fotoateliers in diesem Umfang und von dieser Qualität überliefert.

Bestand

Das Schloss- und Spielkartenmuseum im Residenzschloss Altenburg erhielt im Jahr 1992 mit einer Schenkung den Nachlass des Altenburger Fotoateliers "Arno Kersten Sohn Nachfahren" mit dem erweiterten Nachlass des Fotoateliers Joseph Bernath. Dieser Nachlass ist eng mit den Fotografen Arno Kersten (1838-1915) der das Ateliers 1867 begründete, seinem Sohn Friedrich Otto Kersten (1868-1933) und dessen Nachfolger Joseph Bernath (1874-1945) verbunden. Das unter dem Namen Arno Kersten geführte Atelier bestand bis zu seiner Löschung im Handelsregister im Jahr 1938.

Der Nachlass des Ateliers umfasst ca. 600 Stück Glasnegative im nassen Kollodiumverfahren der Formate von 12 x 16 cm bis 34,5 x 39 cm und ca. 19.400 Stück Gelantinetrockenplatten in den Formaten 6,4 x 8,8 cm bis 23,8 x 29,8 cm. Weiterhin gehören bisher ungezählte Mengen an Zellulosenitrat-, Azetat- und Polyesterfilm zum Nachlass. An Papieren finden sich Salzpapiere und eine größere Anzahl von Albuminpapieren mit und ohne Kartonträger sowie Gelantinesilber-/Barytpapier in unterschiedlichen Formaten.

Die übernommenen Negative und Fotografien reichen dabei über einen Zeitraum von ca. 1870 bis ca. 1970. Weiterhin finden sich Glasdiapositive von ca. 1885 bis in die 1950iger Jahre hinein.

Erschließung, Digitalisierung und Online-Präsentation

Die Erschließung und Digitalisierung des umfangreichen Nachlasses erfolgt durch das Schloss- und Spielkartenmuseum. In einem ersten Schritt werden in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek rund 300 Aufnahmen der drei Fotografen des Ateliers aus der Zeit von 1867-1914 präsentiert. Es handelt sich dabei zunächst beinahe ausschließlich um Portraitaufnahmen, die einen Querschnitt der Bevölkerung der Residenzstadt und des Umlandes zeigen. Das Portfolio der präsentierten Aufnahmen wird nach Fortschritt der Bearbeitung des Nachlasses kontinuierlich erweitert werden.

Quellen

Nachlass (Geschäftsunterlagen, Korrespondenzen) des Ateliers Kersten/Bernath im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg

Uwe Strömsdörfer, Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg