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Über das Archiv der Fotografen in der Deutschen Fotothek

Fotografenarchive – Gefährdetes Kulturgut

Die Fotografie ist eine der wesentlichen medialen Errungenschaften unserer Gesellschaft. Als Medium der Kommunikation, der Dokumentation und des künstlerischen Ausdrucks – und damit als essentieller Bestandteil unseres visuellen Gedächtnisses - ist sie von größter Bedeutung.
Die Fotografie ist aber auch ein von Verlust bedrohtes Kulturgut: Das klassische Archiv, in dem Negative, Diapositive und fotografische Abzüge auf Abruf bereitstehen, verliert vielerorts seine Funktion. Festplatten und Datenbanken treten an seine Stelle, das Pixel ersetzt das Korn.
An der Wende von der analogen zur digitalen Fotografie droht die Gefahr der Vernichtung bedeutender Zeugnisse der über 150jährigen Geschichte des Mediums.

Fotografenarchive – Schützenswertes Kulturgut

Mehr denn je besteht heute der dringende Bedarf an einer Perspektive für eine verlässliche und dauerhafte Zukunft von Fotografenarchiven.
Dieser Herausforderung haben sich die Deutsche Fotothek und die Stiftung F.C. Gundlach gemeinsam mit weiteren Partnern gestellt.
Mit dem Archiv der Fotografen in der Deutschen Fotothek haben sie eine Institution geschaffen, die – als strategischer Partner fotografischer Institutionen - Verantwortung übernimmt für die Koordination von Erhaltung, fachgerechter Archivierung und Präsentation fotografischer Werke und Nachlässe. In enger Kooperation mit einem möglichst engmaschigen Netz von fotografischen Institutionen möchte sie die Lebenswerke deutscher und in Deutschland arbeitender Fotografen als substantielle Bestandteile unseres kulturellen Gedächtnisses erhalten.
Das "Archiv der Fotografen" kooperiert mit dem gemeinnützigen Verein Netzwerk Fotoarchive, der 2011 u. a. von den Fotografie-Verbänden Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter (BFF), Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA), Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) und FREELENS gegründet wurde.

Zukunft für Fotografenarchive

Drei großen Herausforderungen stellt sich die Deutsche Fotothek mit dem Archiv der Fotografen:

Beraten und Vermitteln

Sie soll erstens als Ansprechpartner für Fotografen und ihre Nachkommen, für Institutionen und Museen, für Wissenschaft und Bilder-Suchende bekannt und somit zu einer zentralen Instanz des fotografischen Erbes in Deutschland werden.

  • Etablierung und Bekanntmachung einer Infrastruktur für die Bewahrung und Aktivierung von Fotografenarchiven;
  • Vermittlung fotografischer Archive an geeignete Standorte in Kooperation mit Partnerinstitutionen;
  • Beratung und Unterstützung bei der Archivierung, Digitalisierung und Publikation von Bildmaterial, auch in Form gemeinschaftlicher Projekte;
  • Aktive Mitwirkung in bereits bestehenden Diskussions- und Beratungsstrukturen für alle Belange der Erhaltung, Pflege, Inventarisierung und Erfassung des fotografischen Erbes;
  • Akquise von Fördermitteln für die beispielhafte Aufarbeitung von Fotografenarchiven.
  • Negativmagazin der Deutschen Fotothek
  • Ein Archiv vor der Einlieferung
  • Vorgeschädigter Zellulosenitratfilm
  • Sicherheits-Digitalisierung

Sammeln und Erhalten

Überregional bedeutende Fotografenarchive kann und wird die Deutsche Fotothek in ihre Depots in Dresden aufnehmen. Die so entstehende Sammlung bedeutender fotografischer Werke und Nachlässe wird auf höchstem konservatorischem Standard in klimatisierten Magazinen gelagert und durch Fachpersonal erschlossen. Darüber hinaus wird die Deutsche Fotothek aktiv an Fotografen herantreten, deren Bedeutung für die Fotografie sie zu Wunschkandidaten für die Bewahrung macht.

  • Aufbau und Pflege einer Sammlung fotografischer Werke und Nachlässe in der Deutschen Fotothek, welche insbesondere das Schaffen deutscher und in Deutschland arbeitender Fotografen von den Anfängen bis zur Gegenwart repräsentiert;
  • Pflege und fachgerechte Lagerung in klimatisierten Magazinen und konservatorische Betreuung durch Fachpersonal;
  • Identifikation und Erhalt von bedeutenden Fotografenarchiven in Privatbesitz sowie in großen und kleineren Einrichtungen zur Erhaltung in geeigneten fotografischen Institutionen;
  • Hochauflösende Digitalisierung, zunächst exemplarisch, später möglichst umfassend;
  • Langzeitarchivierung von digitalem Bildmaterial nach OAIS-Standard.

Aufarbeiten und Präsentieren

Drittens präsentiert die Deutsche Fotothek im Internet unter dem Titel Archiv der Fotografen als virtuelles Schaufenster die Werke bedeutender deutscher oder in Deutschland arbeitender Fotografen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Neben fotografischen Werken aus den Archiven der Deutschen Fotothek soll in diesem Schaufenster zukünftig eine wachsende Zahl bedeutender Fotografenarchive aus den Beständen der Partner anschaulich dargestellt werden.

  • Betreuung des Archivs der Fotografen als Schaufenster für die Qualität und Vielfalt der Werke deutscher Fotografen und als zentrales, öffentlich frei zugängliches Rechercheinstrument für Fotografie;
  • Identifikation und Akquise von relevanten Fotobeständen in großen und kleineren Einrichtungen sowie in Privatbesitz zwecks Präsentation im Archivs der Fotografen;
  • Maximale Sichtbarkeit und Reichweite der Bildbestände durch Integration in übergeordnete Portale wie die Europeana oder die Deutsche Digitale Bibliothek;
  • Distribution und Aktivierung fotografischer Werke auch durch Publikationen, Ausstellungen und – auf Wunsch – durch Agenturtätigkeit

Jetzt anfangen und gemeinsam wachsen

Mit der Deutschen Fotothek kann und soll nicht der Anspruch erhoben werden, ad hoc eine generelle Lösung für den Umgang mit Fotografennarchiven in Deutschland zu etablieren. Vielmehr geht es darum, mit dieser Institution den Nukleus einer ausbaufähigen Infrastruktur zu schaffen. Bewahren, Erschließen und Präsentieren wird dabei als Einheit verstanden.
Das alles setzt eine weitgehende Bekanntheit, Akzeptanz und Unterstützung bei fotografischen Institutionen und in der Öffentlichkeit voraus. Diese ehrgeizigen Ziele sind nur dann zu erreichen, wenn sie von einer breiten Basis von Fotografen, Institutionen, Verbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und Einzelpersonen unterstützt, beraten und verbessert wird.
Entstehen soll ein Kompetenzzentrum, dessen zentrale und dezentrale Aktivitäten zur Erhaltung des fotografischen Erbes unter einem virtuellen Dach gebündelt und präsentiert werden.

Begleitet wird dieser Weg von einem Kuratorium, das Ausrichtung, Qualitätssicherung und Transparenz gewährleistet:

  • Jens Bove (Deutsche Fotothek, Dresden),
  • Sebastian Lux (Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg),
  • Miriam Halwani (Museum Ludwig, Köln),
  • Margot Klingsporn (Photo- und Presseagentur FOCUS, Hamburg) und
  • Bernd Rodrian (Institut Heidersberger, Wolfsburg)

Fotografisches Erbe für die Zukunft erhalten

Die Deutsche Fotothek ist bestens gerüstet, um auf Basis der langjährigen Erfahrung des Hauses und mit Unterstützung durch die mitwirkenden Einrichtungen, Verantwortung für die Erhaltung und Vermittlung fotografischer Werke und Nachlässe zu übernehmen.

Wer profitiert?


Die Öffentlichkeit durch
  • Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes;
  • öffentliche Sichtbarkeit fotografischer Werke und Nachlässe
Fotografen und ihre Erben durch
  • zuverlässige und langfristige Sicherung Ihres Archivs – Originalerhalt und digitale Langzeitarchivierung
  • dauerhafte mediale Präsenz Ihres Werkes
Institutionen durch
  • Beratung und Unterstützung bei der Pflege und Aufbereitung Ihrer fotografischen Sammlungsbestände
  • Sichtbarkeit Ihrer Sammlungsbestände im Kontext deutscher Fotografiegeschichte
  • Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung Ihrer Einrichtung und Ihrer Sammlung auf nationaler und internationaler Ebene

Wie können Sie uns unterstützen?

Ob es gelingt, für die vielen von Verlust bedrohten Fotografennachlässe in Deutschland - über die Möglichkeiten einzelner Einrichtungen hinaus - eine Zukunftsperspektive zu entwickeln, hängt neben erfolgreicher Drittmitteleinwerbung ganz wesentlich von der ideellen Unterstützung durch Institutionen, Verbände und Unternehmen ab.

Unterstützen können Sie uns

  • durch die Bekanntmachung und Unterstützung unserer Anliegen in der Öffentlichkeit
  • durch Ihre aktive Mitwirkung bei der Akquise fotografischer Nachlässe und Archive – sei es zur Vermittlung an geeignete Standorte, für die Aufnahme in die Sammlung der Deutschen Fotothek oder zur Digitalisierung
  • und vor allem durch Bereitstellung von digitalem Bildmaterial – in repräsentativer Auswahl oder umfassend – aus den Fotografenarchiven in Ihren Sammlungen für die Präsentation im virtuellen Archivs der Fotografen in der Deutschen Fotothek.

Kontakt

Dr. Jens Bove
Leiter Deutsche Fotothek
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
01054 Dresden
Mail: Jens.Bove@slub-dresden.de
Tel.: +49 351 4677-600/-601
Fax: +49 351 4677-736
www.deutschefotothek.de

Sebastian Lux
Geschäftsführer Stiftung F.C. Gundlach
Stiftung F.C. Gundlach
Parkallee 33
20144 Hamburg
Mail: lux@fcgundlach.de
Tel +49 40 444551
Fax +49 40 445149
www.fcgundlach.de

Margot Klingsporn
Geschäftsführerin FOCUS
Photo- und Presseagentur FOCUS
Alter Fischmarkt 3
20457 Hamburg
Mail: m.klingsporn@agentur-focus.de
Tel.: +49 40 4502 2311
Fax: +49 40 4502 2350
www.agentur-focus.de